Neurologische Untersuchung Pferd

Neurologische Untersuchung beim Pferd

Letztes Update am
8. Dezember 2025

Die neurologische Untersuchung beim Pferd dient der Diagnose von Erkrankungen des Nervensystems. In der Pferdeklinik am Sorpesee werden Pferde bei Symptomen wie Ataxie, Kopfschiefhaltung, Bewusstseins- und Bewegungsstörungen neurologisch untersucht, um die Ursache der Symptome zu erkennen und zu behandeln.

Inhaltsverzeichnis

Das komplexe Nervensystem eines Pferdes besteht aus verschiedenen Anteilen, deren Schädigung sich in unterschiedlichen Symptomen äußert. Um die Ursache der Störungen zu lokalisieren und neurologische von orthopädischen und internistischen Erkrankungen abzugrenzen, ist eine sorgfältige neurologische Untersuchung des Pferdes notwendig.

Die Diagnose neurologischer Erkrankungen bei Pferden erfordert Erfahrung und eine strukturierte Vorgehensweise. In der Pferdeklinik am Sorpesee steht die genaue Bestimmung der betroffenen Nervenstrukturen im Vordergrund, um die zugrunde liegende Ursache der Symptome zu erkennen. Die Pferdeklinik am Sorpesee ist mit moderner Medizintechnik ausgestattet und verfügt über ein erfahrenes Team, das neurologische Untersuchungen mit hoher fachlicher Kompetenz und Zuverlässigkeit an 365 Tagen im Jahr durchführt.

Hier sind unsere Kontaktdetails.

  • Adresse: Tierärztliche Klinik für Pferde am Sorpesee
  • Frankfurter Straße 34, 59846 Sundern-Stemel
  • Telefon: 02933/902190
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  • E-mail: web@pferdeklinik-sorpesee.de
  • Webseite: https://pferdeklinik-sorpesee.de/

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Was ist eine neurologische Untersuchung beim Pferd?

Eine neurologische Untersuchung beim Pferd ist eine klinische Beurteilung der Funktion des zentralen, peripheren und vegetativen Nervensystems. Bei einer neurologischen Untersuchung wird geprüft, ob beim Pferd neurologische Störungen vorliegen und welcher Teil des Nervensystems betroffen ist.

Die neurologische Untersuchung dient beim Pferd der Beurteilung von Störungen des Bewegungsablaufs, des Bewusstseins, des Verhaltens und der Körperhaltung. Überprüft werden neurologische Funktionen wie Reflexe, Koordination, Muskeltonus, Sensibilität und Gangbild. Mithilfe gezielter Untersuchungen werden beim Pferd neurologische Auffälligkeiten erkannt, ihre Ursache lokalisiert und von anderen Erkrankungen abgegrenzt.

Neurologische Störungen beim Pferd treten in verschiedenen Bereichen des Nervensystems auf. Das Zentralnervensystem (ZNS) umfasst Gehirn und Rückenmark und steuert Bewegung, Koordination und Bewusstsein. Das Periphere Nervensystem (PNS) umfasst alle Nerven außerhalb des Rückenmarks und leitet Reize zwischen Körper und Zentralnervensystem weiter. Das Vegetative Nervensystem des Pferdes reguliert lebenswichtige Funktionen wie Atmung, Kreislauf, Organaktivität und Stoffwechsel unabhängig vom Bewusstsein. Das Ziel der neurologischen Untersuchung beim Pferd ist es, zentrale, periphere und vegetative Störungen voneinander abzugrenzen.

Jede Region des Nervensystems zeigt beim Pferd charakteristische Symptome. Die Ergebnisse der neurologischen Untersuchung erlauben eine genaue Eingrenzung des betroffenen Bereichs und eine fundierte Diagnose. In der Differenzialdiagnostik werden zusätzlich systemische Muskelerkrankungen einbezogen.

Eine neurologische Untersuchung beim Pferd wird bei verschiedenen Symptomen angeraten.

Wann sollte man eine neurologische Untersuchung beim Pferd durchführen lassen?

Eine neurologische Untersuchung beim Pferd sollte man durchführen lassen, wenn Symptome auftreten, die auf Störungen des Nervensystems hindeuten. Typische Symptome, die eine neurologische Untersuchung beim Pferd erforderlich machen, sind Verhaltensänderungen, Kopfnervenausfälle, Haltungsstörungen und Gangstörungen.

Die folgenden Punkte geben einen Überblick über typische Symptome, die bei neurologischen Schädigungen des Nervensystems beim Pferd auftreten und eine neurologische Untersuchung notwendig machen.

Verhaltensänderungen und Bewusstseinsstörungen

Verhaltensänderungen und Bewusstseinsstörungen sind typische Symptome bei Erkrankungen des Gehirns und der Hirnnerven beim Pferd. Die neurologischen Symptome zeigen sich vorübergehend oder dauerhaft und weisen unterschiedliche Schweregrade auf. 

Zu den typischen Anzeichen von Verhaltensänderungen und Bewusstseinsstörungen bei Pferden zählen Mattigkeit, Teilnahmslosigkeit und Übererregbarkeit. Eine verminderte Leistungsfähigkeit und Schwäche sind häufige Begleitsymptome. Bei Schäden der Hirnnerven können beim Pferd Krampfanfälle, Kollaps und Epilepsie auftreten. Auffälliges Verhalten zeigt sich durch Kreiswandern, Drangwandern oder Kopfpressen.

Häufige Ursachen für Störungen des Gehirns beim Pferd sind Virusinfektionen wie Herpes- und FSME-Viren. Stoffwechselerkrankungen, Kopfverletzungen und Tumorerkrankungen führen ebenfalls zu neurologischen Ausfällen.

Gangstörungen und fehlende Koordination

Gang- und Koordinationsstörungen treten meist bei Erkrankungen des Rückenmarks und der peripheren Nerven beim Pferd auf. Häufige Ursachen für Gang- und Koordinationsstörungen sind Infektionen, Verletzungen oder entzündliche Prozesse.

Pferde mit Gang- und Koordinationsstörungen zeigen typische Begleitsymptome wie Schwäche (Parese) und Lähmungen (Paralyse). Weitere Anzeichen neurologischer Störungen sind abnorme Haltungen, ein schwankender und unkoordinierter Gang sowie Niederstürzen oder Festliegen beim Pferd.

Häufige Ursachen für Bewegungsstörungen sind Infektionserkrankungen mit Herpes-, Borna- und West-Nil-Viren. Das Wobbler-Syndrom und traumatische Rückenmarksverletzungen führen beim Pferd zu Koordinationsverlust und in schweren Fällen zu Lähmungserscheinungen. Die neurologischen Störungen treten unterschiedlich stark auf. 

Kopfnervenausfälle

Kopfnervenausfälle entstehen beim Pferd infolge von Erkrankungen des Gehirns, da die zwölf Kopfnerven (I–XII) dort ihren Ursprung haben. Die Kopfnerven des Pferdes kontrollieren die Muskulatur von Augenlidern, Zunge und Ohren und sind an der Wahrnehmung von Geruch, Geschmack, Hören und Gleichgewicht beteiligt.

Typische Symptome einer Schädigung der Kopfnerven bei Pferden sind Kopfschiefhaltung, Gesichtsasymmetrie mit hängendem Ohr, Augenlid oder Nüstern. Lokales Schwitzen, Gehörverlust und Schluckstörungen (Dysphagie) wie Zungenlähmung sind weitere Anzeichen für geschädigte Kopfnerven. Ausfälle infolge einer gestörten Kopfnervenfunktion geben Hinweise darauf, welcher Bereich des Gehirns betroffen ist und welche Art der Schädigung vorliegt.

Eine neurologische Untersuchung beim Pferd umfasst verschiedene Schritte.

Wie ist der Ablauf einer neurologischen Untersuchung beim Pferd?

Der Ablauf einer neurologischen Untersuchung beim Pferd umfasst  die Überprüfung aller Aspekte des Nervensystems. Zur neurologischen Diagnostik gehören die Beurteilung von Verhalten, Körperhaltung, Bewegungsablauf und Muskeltonus sowie die Prüfung der Reflexe und der Schmerzempfindung beim Pferd.

Der neurologische Untersuchungsgang ist ein standardisierter Untersuchungsgang, der als weiterführende Untersuchung bei neurologischen Fragestellungen durchgeführt wird. Der Untersuchungsgang umfasst insgesamt 13 Punkte, die wiederum in mehrere einzelne Untersuchungsschritte gegliedert werden. Alle Bereiche des Nervensystems werden untersucht, um die Störung anatomisch einem Bereich wie Gehirn, Rückenmark oder peripheren Nerven zuzuordnen. An die neurologische Untersuchung schließen sich bei Bedarf weitere Diagnoseschritte an.

Die neurologische Untersuchung erfolgt nach der allgemeinen und orthopädischen Untersuchung, wenn Anamnese oder Vorbefunde Hinweise auf eine Störung des Nervensystems ergeben haben.

Die folgenden Punkte zeigen den Ablauf einer neurologischen Untersuchung beim Pferd.

1. Anamnese

Der Ablauf einer neurologischen Untersuchung beim Pferd beginnt mit einer ausführlichen Anamnese. Die vom Pferdebesitzer geschilderten Symptome werden durch spezifische Fragen vom Tierarzt ergänzt, um Verlauf, Intensität und mögliche Auslöser der Erkrankung zu erfassen.

Bestimmte neurologische Symptome wie epileptische Anfälle und Verhaltensänderungen werden vom Halter des Pferdes beobachtet. Die konkrete Beschreibung der Symptomatik liefert dem Tierarzt wichtige Hinweise für eine Diagnosestellung. Der zeitliche Verlauf der Symptomatik liefert wichtige Hinweise, da neurologische Erkrankungen beim Pferd akut, fortschreitend, wiederkehrend oder chronisch verlaufen können.

Für eine detaillierte Anamnese sind die Dokumentation früherer Erkrankungen, Impfungen, Symptome bei verwandten Tieren und die Herkunft des Pferdes wichtig. Das Signalement liefert weitere diagnostische Hinweise, da neurologische Erkrankungen bei bestimmten Rassen und Altersgruppen gehäuft auftreten. 

2. Allgemeine klinische Untersuchung

Vor der neurologischen Untersuchung liefert ein allgemeiner klinischer Untersuchungsgang Informationen über den allgemeinen Gesundheitszustand des Pferdes.

Das Pferd wird vor der neurologischen Untersuchung allgemein untersucht, um Erkrankungen, Verletzungen und andere Auffälligkeiten zu erkennen. Die erhobenen Parameter ermöglichen, systemische Ursachen auszuschließen.

3. Orthopädische Untersuchung

Neurologische und orthopädische Erkrankungen zeigen bei Pferden ähnliche Symptome, weshalb vor einer neurologischen Untersuchung eine orthopädische Untersuchung empfohlen wird.

Die orthopädische Untersuchung dient der Erkennung von Erkrankungen des Bewegungsapparats beim Pferd, die ähnliche Symptome wie neurologische Störungen verursachen können. Die orthopädische Diagnostik umfasst die Beurteilung der Gliedmaßen, der Wirbelsäule, der Muskulatur und der Nervenfunktion, um die Ursache von Lahmheiten beim Pferd zu identifizieren.

4. Beurteilung des Verhaltens

Die Beurteilung des Verhaltens ist Bestandteil der neurologischen Untersuchung beim Pferd und ermöglicht Rückschlüsse auf die Funktion des Gehirns und mögliche Störungen im zentralen Nervensystem.

Das Verhalten eines Pferdes steht in enger Verbindung mit dem limbischen System und der Großhirnrinde. Das limbische System ist Teil des zentralen Nervensystems und umfasst mehrere miteinander verbundene Hirnstrukturen, die emotionale Reaktionen und Verhaltensmuster beim Pferd steuern. Schädigungen und Reizungen des Nervensystems führen zu Funktionsstörungen beim Pferd, die sich in Form von Verhaltensänderungen, Ausfällen und Überreaktionen äußern.

Bei der neurologischen Untersuchung wird das Verhalten des Pferdes daraufhin beurteilt, ob es vermindert, gesteigert oder ungewöhnlich reagiert. Die Beurteilung erfolgt in gewohnter und ungewohnter Umgebung. Erwachsene Pferde zeigen sich normalerweise ruhig und aufmerksam, während Jungtiere lebhaft und interessiert sind. Pathologische Befunde äußern sich in Verhaltensauffälligkeiten wie Vorwärtsdrängen, Kopfpressen, Kreiswandern und übermäßiger Schreckhaftigkeit. Weitere Symptome sind Desorientierung, Aggressivität und Apathie. 

5. Adspektion und Palpation von Kopf und Wirbelsäule

Die neurologische Untersuchung von Kopf und Wirbelsäule des Pferdes beginnt mit der Betrachtung und Abtastung des Kopfes. Der Kopf wird auf Schwellungen, Asymmetrien und Verletzungen überprüft, um neurologische Auffälligkeiten zu erkennen.

Die Beurteilung der Wirbelsäule beim Pferd erfolgt durch Abtasten. Insbesondere werden Formveränderungen im Halsbereich und Bewegungseinschränkungen erfasst. Der Hals wird passiv in alle Richtungen bewegt, um die Beweglichkeit zu beurteilen. Zudem werden die Dornfortsätze vom Widerrist bis zum Schweifansatz mit mäßigem bis kräftigem Druck abgetastet, um Schmerzreaktionen, abnormes Durchbiegen und Schwellungen festzustellen.  

Pathologische Befunde bei der Adspektion und Palpation von Kopf und Wirbelsäule, die auf neurologische Störungen des Pferdes hinweisen, zeigen sich in Form von Verformungen der Wirbelsäule, wie Kyphose (Rundrücken), Lordose (Hohlrücken) und Skoliose (seitliche Verkrümmung). Schwellungen, Hämatome und Schmerzempfindlichkeit deuten ebenfalls auf mögliche neurologische Störungen im Bereich von Kopf und Wirbelsäule hin.

6. Beurteilung von Körperhaltung, Muskeltonus und Bewegungsablauf

Die neurologische Beurteilung von Körperhaltung, Muskeltonus und Bewegungsablauf beim Pferd dient der Erkennung von Veränderungen und Abweichungen, die auf sensorische oder motorische Störungen hinweisen.

Ein koordinierter Bewegungsablauf beim Pferd setzt das fehlerfreie Zusammenspiel verschiedener Bereiche des zentralen Nervensystems voraus. Bei der neurologischen Untersuchung wird die Körperhaltung im Ruhezustand beurteilt, der Bewegungsablauf im Schritt und Trab analysiert und das Pferd auf Krämpfe, Lähmungen und Bewegungsstörungen untersucht.

Pathologische Befunde äußern sich beim Pferd in Form von Krämpfen, Lähmungen, Kopfschiefhaltung, Schwanken, Stolpern und übertriebenen Bewegungen. Ein physiologischer Befund äußert sich in einer unauffälligen Haltung und einem gleichmäßigen, koordinierten Gang.

7. Prüfung der Kopfnervenfunktion

Bei der neurologischen Untersuchung des Pferdes werden die Funktionen der Kopfnerven geprüft, um mögliche Störungen im Gehirn oder Hirnstamm festzustellen.

Der Sehsinn des Pferdes (Nervus opticus) wird durch das Führen an Hindernissen und die Beobachtung der Drohreaktion überprüft. Das Anstoßen gegen Gegenstände und mangelnde Reaktionen sind Symptome einer Sehstörung beim Pferd. Die Pupillenreaktion (Nervus oculomotorius) wird durch die Beleuchtung eines Auges kontrolliert. Eine ungleiche oder ausbleibende Reaktion deutet auf eine Schädigung des Sehnervs oder Mittelhirns hin.

Bei der neurologischen Untersuchung werden die Sensibilität und die Kaubewegung beim Pferd (Nervus trigeminus) durch Abtasten und Beobachtung der Kieferaktivität geprüft. Einseitige Muskelschwäche oder das Ausbleiben von Schmerzreaktionen gelten als Krankheitszeichen. Die Gesichtsmuskulatur (Nervus facialis) wird an den Ohren, den Augenlidern, den Nüstern und den Lippen kontrolliert. Hängende Gesichtspartien und fehlende Reflexe deuten auf eine Fazialisparese hin.

Der Geruchssinn (Nervus olfactorius) wird bei der neurologischen Untersuchung überprüft, indem das Pferd an Futter oder bekannten Gerüchen riecht. Eine fehlende Reaktion weist auf eine Störung des Riechzentrums hin.

Der Gleichgewichtssinn (Nervus vestibulocochlearis) wird anhand der Kopfhaltung und der Augenbewegungen beurteilt. Eine Kopfschiefhaltung und Taumeln deuten auf eine vestibuläre Störung hin.

Bei der Untersuchung des Nervus accessorius wird die Hals- und Schultermuskulatur des Pferdes beurteilt. Muskelschwund oder einseitige Schwäche weisen auf eine Schädigung der Nerven hin. Die Prüfung des Nervus hypoglossus erfolgt beim Pferd über die Beobachtung der Zungenbewegung. Futteraufnahmeprobleme, die durch asymmetrische und eingeschränkte Bewegungen verursacht werden, deuten auf eine neurologische Störung hin.

8. Überprüfung von Haltungs- und Stellreaktionen (Propriozeption)

Die Überprüfung von Haltungs- und Stellreaktionen ist Bestandteil der neurologischen Untersuchung beim Pferd. Haltungs- und Stellreaktionen verdeutlichen das Zusammenspiel von Motorik und Sensorik sowie die Steuerung von Körperhaltung und Bewegungskoordination. 

Abweichungen der Haltungs- und Stellreaktionen weisen auf Funktionsstörungen im Gehirn oder Rückenmark des Pferdes hin. Im Rahmen der neurologischen Untersuchung werden Gleichgewicht, Gliedmaßenbelastung und Lagekorrektur beurteilt. Die Korrekturreaktion beschreibt das aktive Kreuzen der Gliedmaßen nach einer unphysiologischen Stellung. Bei der Hüpfreaktion wird durch Druck auf Schulter oder Becken das seitliche Ausweichen des Pferdes geprüft.

Ein unauffälliger Befund liegt vor, wenn das Pferd unphysiologische Stellungen unmittelbar korrigiert und alle Reaktionen koordiniert, zügig und symmetrisch ablaufen. Verzögerte und ausbleibende Reaktionen weisen auf eine neurologische Störung hin.

9. Untersuchung der spinalen Reflexe

Die Untersuchung spinaler Reflexe ist Teil der neurologischen Untersuchung beim Pferd und prüft die Funktion von Rückenmark, Nervenwurzeln und peripheren Nerven. 

Der Pannikulusreflex gibt Aufschluss über die Reizleitung beim Pferd, indem ein Zwicken seitlich der Wirbelsäule eine sichtbare Muskelzuckung auslöst. Der Patellarreflex dient der Überprüfung der Nerven- und Muskelreaktion der Hintergliedmaßen. Ein Schlag auf die Kniesehne führt zu einer reflexartigen Streckung des Beins. Der Slap-Test überprüft bei der neurologischen Untersuchung die Reflexbahnen, indem leichtes Beklopfen der Sattellage ein Zucken im Kehlkopf auslöst.

Symmetrische und prompt auslösbare Reflexe gelten als normal. Abgeschwächte, gesteigerte und fehlende Reflexe weisen bei Pferden auf eine neurologische Störung hin.

10. Prüfung der Schmerzempfindung

Die Überprüfung des Schmerzempfindens ist Teil der neurologischen Untersuchung und dient der Beurteilung der Oberflächen- und Tiefensensibilität beim Pferd.

Bei der neurologischen Untersuchung wird die Haut des Pferdes systematisch mit einer stumpfen Nadel oder einer Arterienklemme stimuliert, während die Gliedmaßen von den unteren zu den oberen Abschnitten untersucht werden. 

Lokale Muskelzuckungen gelten bei der Untersuchung als unauffällig. Abwehrbewegungen, Ohrenanlegen und Lautäußerungen zeigen beim Pferd eine normale Schmerzreaktion. Übersteigerte, verminderte und fehlende Reaktionen deuten auf neurologische Störungen wie Hyperästhesie (übersteigerte Empfindlichkeit), Hyperalgesie (verstärkte Schmerzreaktion) und Parästhesie (abnormes Empfindungsgefühl) hin.

11. Beurteilung bei der Arbeit

Die Beurteilung des Pferdes bei der Arbeit dient der Erkennung neurologischer Auffälligkeiten im Verhalten, etwa bei der Reaktion auf das Aufsatteln oder Einspannen.

Unkoordinierte Bewegungen, auffällige Kopf- oder Schweifhaltungen, plötzliche Leistungsabfälle, Unsicherheiten in Wendungen oder Schwierigkeiten beim Rückwärtsrichten weisen auf eine neurologische Störung beim Pferd hin.

12. Kontrolle von Futter- und Wasseraufnahme

Die Kontrolle der Futter- und Wasseraufnahme dient der Beurteilung, ob das Pferd selbstständig frisst und trinkt. Anzeichen einer neurologischen Störung zeigen sich durch gestörte Kaumechanik, eingeschränkte Zungenbewegung und einen gestörten Schluckreflex. 

Die fehlende Aufnahme von Nahrung und Wasser weist auf eine Beeinträchtigung zentraler oder peripherer Nerven hin.

13. Kontrolle von Kot- und Harnabsatz

Die Beurteilung des Harn- und Kotabsatzes gibt Aufschluss über die Funktion des vegetativen Nervensystems beim Pferd. 

Harnträufeln, eine unvollständige Entleerung und ein fehlender Kotabsatz deuten auf eine Schädigung der Nervenversorgung von Blase und Enddarm hin.

14. Weiterführende Untersuchungen

Werden bei der neurologischen Untersuchung Auffälligkeiten beim Pferd festgestellt, folgen weiterführende Untersuchungen, um die Ursache der Störung präzise zu bestimmen.

Die Untersuchung der Rückenmarksflüssigkeit (Liquor) dient der Erkennung entzündlicher Veränderungen im zentralen Nervensystem des Pferdes. Blutuntersuchungen ermöglichen den Nachweis infektiöser oder entzündlicher Prozesse. Eine Endoskopie der oberen Atemwege und Luftsäcke hilft, anatomische Veränderungen oder Infektionen als Ursache neurologischer Symptome auszuschließen.

Bei der neurologischen Untersuchung von Pferden kommen verschiedene bildgebende Verfahren zum Einsatz, um Strukturen des Gehirns, des Rückenmarks, der Wirbelsäule und des Schädels darzustellen.

Die Magnetresonanztomographie (MRT) ermöglicht eine präzise Darstellung von Gehirn und Rückenmark beim Pferd. Ein MRT wird eingesetzt bei Verdacht auf Entzündungen, Tumore, Blutungen, Zysten und Epilepsie. Aufgrund der Körpergröße eines Pferdes wird das MRT in der Regel nur im Kopf- und Halsbereich durchgeführt und erfordert speziell ausgestattete Anlagen.

Röntgenaufnahmen dienen primär der Beurteilung der Halswirbelsäule sowie dem Nachweis von Frakturen, Fehlstellungen und degenerativen Veränderungen. Beim Verdacht auf ein Wobbler-Syndrom wird eine Röntgenuntersuchung durchgeführt. 

Die Computertomographie (CT) ermöglicht eine detaillierte Darstellung von Knochen und Weichteilen, insbesondere im Kopf- und Halsbereich des Pferdes. Ein CT wird zur Abklärung von Traumata, Entzündungen und Tumoren eingesetzt. Mithilfe von Kontrastmitteln lassen sich Rückenmarks- und Nervenkompressionen sichtbar machen. 

Eine neurologische Untersuchung beim Pferd kostet unterschiedlich viel.

Was kostet eine neurologische Untersuchung beim Pferd?

Die Gesamtkosten einer neurologischen Untersuchung beim Pferd variieren je nach Umfang der durchgeführten Untersuchungen. Da neurologische Störungen von orthopädischen und internistischen Erkrankungen abgegrenzt werden müssen, sind neben der klinisch-neurologischen Untersuchung weitere spezielle Untersuchungen nötig.

Die Kosten einer neurologischen Untersuchung orientieren sich an der Gebührenordnung für Tierärztinnen und Tierärzte (GOT). Die GOT legt bundesweit einen Kostenrahmen fest, welche Vergütung tierärztliche Leistungen kosten und in welchem Gebührenrahmen Praxen abrechnen. Die in der GOT-Tabelle aufgeführten neurologischen Leistungen für Pferde stellen nur einen Teil der tatsächlichen Behandlungskosten dar, da sie als Nettopreise angegeben sind. Tierhalter zahlen für die neurologische Untersuchung ihres Pferdes den Gesamtbetrag als Bruttopreis inklusive Mehrwertsteuer. Die Kosten für eine neurologische Untersuchung durch einen Tierarzt ergeben sich aus dem individuellen Aufwand, möglichen Zusatzuntersuchungen, der benötigten Zeit und dem Umfang der Behandlung. 

Neurologische Untersuchung beim Pferd in der Pferdeklinik am Sorpesee

Die Pferdeklinik am Sorpesee verfügt über langjährige Erfahrung in der Diagnostik und Behandlung neurologischer Erkrankungen beim Pferd. Wir sind an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr für Pferde und ihre Besitzer da. 

Unser Ziel ist die genaue Abklärung der Ursachen von neurologischen Symptomen wie Ataxie, Bewusstseinsveränderungen, Kopfschiefhaltung oder Bewegungsstörungen beim Pferd. Unsere moderne Medizintechnik und das interdisziplinäre Team erfahrener Spezialisten gewährleisten Ihnen in der Pferdeklinik am Sorpesee eine umfassende Versorgung von der neurologischen Erstuntersuchung Ihres Pferdes bis zur gezielten Therapie.

Eine besondere Stärke der Pferdeklinik am Sorpesee ist die Erreichbarkeit und schnelle Einsatzbereitschaft. An 365 Tagen im Jahr stehen wir Pferden und ihren Besitzern rund um die Uhr zur Verfügung. Da Notfälle jederzeit auftreten, ist unsere Klinik sowohl stationär als auch mobil über eine Fahrpraxis einsatzbereit.

Für Außeneinsätze stehen unseren Tierärzten sieben vollständig ausgestattete Praxisfahrzeuge zur Verfügung, mit denen eine zeitnahe neurologische Untersuchung im gesamten Praxisgebiet möglich ist. Bei der tierärztlichen Untersuchung in Ihrem Heimatstall werden neben der klinisch-neurologischen Untersuchung digitale Röntgen- und Ultraschallaufnahmen durchgeführt, um Wirbelsäulenverletzungen und andere Ursachen neurologischer Symptome sicher abzuklären.

In unserer Pferdeklinik am Sorpesee bieten wir Ihnen optimale Bedingungen für die neurologische Diagnostik und anschließende Therapie von Pferden. Unser großzügiges Klinikareal ist mit moderner Medizintechnik ausgestattet. Speziell ausgestattete Untersuchungsstände und Behandlungsräume bieten jedem Pferd eine ruhige Umgebung für eine präzise neurologische Diagnostik. Für Intensivpatienten stehen helle, geräumige und teilweise kameraüberwachte Boxen bereit. Wir ermöglichen eine engmaschige Überwachung und eine optimale Versorgung für Ihr erkranktes Pferd.

Ein wichtiger Bestandteil unserer neurologischen Untersuchung von Pferden ist die bildgebende Diagnostik. Mithilfe unserer digitalen Röntgentechnik erstellen wir sowohl im Stall als auch in der Klinik hochauflösende Bilder von Ihrem Pferd. Wir erfassen Veränderungen an Kopf, Wirbelsäule und Gliedmaßen. Zur weiteren Abklärung neurologischer Auffälligkeiten setzen wir Ultraschall- und Endoskopieuntersuchungen ein.

Zur gezielten Abklärung neurologischer Erkrankungen beim Pferd verfügt die Pferdeklinik am Sorpesee über ein eigenes Labor, das eine Sofortdiagnostik wichtiger Parameter ermöglicht. Bei Verdacht auf infektiöse oder entzündliche Ursachen stehen PCR-Schnelltests zur Verfügung. Wir testen unter anderem auf das Equine Herpesvirus (EHV-1 und EHV-4), Borreliose, Leptospirose und Anaplasmose, die beim Pferd neurologische Symptome auslösen können.

Ein weiterer Vorteil der Pferdeklinik am Sorpesee liegt in unserer umfassenden orthopädischen Expertise, die auch bei der Therapie neurologischer Symptome von großem Nutzen ist. Viele Auffälligkeiten des Nervensystems stehen in engem Zusammenhang mit orthopädischen Problemen wie Halswirbel- und Wirbelsäulenverletzungen. Unsere orthopädische Diagnostik mit Ganganalysen, Beugeproben, diagnostischen Anästhesien und gezielten Röntgen- und Ultraschalluntersuchungen grenzt die Ursachen von Bewegungsstörungen bei Pferden ein.

Die Pferdeklinik am Sorpesee setzt in der Therapie auf ein umfassendes Konzept aus Physiotherapie und Chiropraktik zur Behandlung neurologischer und orthopädischer Probleme beim Pferd. Unser Ziel ist es, Beweglichkeit, Muskelkoordination und Körperbalance bei neurologischen Erkrankungen zu verbessern. Mit unseren Behandlungen, zu denen unter anderem Massagetechniken, Gelenkmobilisation, Stresspunktmassage, Akupressur und physikalische Therapie gehören, unterstützen wir die Regeneration des Nervensystems und fördern die Erholung betroffener Strukturen.

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