Kolik Pferd

Kolik beim Pferd: Definition, Arten, erste Hilfe & Behandlung

Letztes Update am
11. Dezember 2025

Die Kolik beim Pferd ist ein Sammelbegriff für jede Art von starken Bauchschmerzen, die durch unterschiedliche Erkrankungen in der Bauchhöhle ausgelöst werden. Der folgende Artikel gibt einen Überblick über die Definition, die verschiedenen Arten der Kolik, Erste-Hilfe-Maßnahmen sowie die Behandlungsmöglichkeiten.

Inhaltsverzeichnis

Eine Studie der School of Veterinary Medicine and Science der University of Nottingham bestätigt, dass Koliken die häufigste Ursache für eine tierärztliche Notfallbehandlung bei Pferden sind. In einer weiteren Untersuchung, an der die Universitäten Bologna, Perugia und Turin beteiligt waren, wurden 451 Pferde betrachtet, die sich einer Kolikoperation unterzogen. 142 Tiere überlebten die Operation nicht, darunter 65, die während des Eingriffs starben oder eingeschläfert wurden, sowie 77, die postoperativ verstarben. 

Für die Überlebenschancen eines Pferdes ist es wichtig, im Kolikfall die richtigen Erste-Hilfe-Maßnahmen einzuleiten und eine frühzeitige tierärztliche Untersuchung zu veranlassen.

Erste Hilfe beim Verdacht auf Kolik

Die Behandlung von Koliken ist einer der Schwerpunkte der Pferdeklinik am Sorpesee. Unser Team übernimmt die Diagnostik und Therapie und gewährleistet eine intensivmedizinische Versorgung im Notfall. Dank mobiler Praxisfahrzeuge besteht eine 24-Stunden-Bereitschaft unter der Leitung von Dr. Jutta Riedel-Kaufhold und FEI-Tierarzt Tobias Kaufhold.

Unter den folgenden Kontaktdetails können Sie uns bei Verdacht auf eine Kolik erreichen.

  • Adresse: Tierärztliche Klinik für Pferde am Sorpesee
  • Frankfurter Straße 34, 59846 Sundern-Stemel
  • Telefon: 02933/902190
  • Telefax: 02933/9021929
  • E-mail: web@pferdeklinik-sorpesee.de
  • Webseite: https://pferdeklinik-sorpesee.de/

Dies sind die Sprechzeiten unserer Rezeption.

  • Montag bis Freitag 8:00-18:00, Samstag 9:00-12:00 

Die Öffnungszeiten der Rezeption sind nicht mit den Besuchszeiten gleichzusetzen.

Dies sind unsere Besuchszeiten.

  • Montag bis Freitag 10:00–18:00, Samstag 10:00–12:00 und 17:00–18:00, Sonn- und Feiertags 9:00-10:00 und 17:00-18:00

Was ist eine Kolik beim Pferd?

Eine Kolik ist keine eigenständige Krankheit, sondern ein Zustand starker Bauchschmerzen beim Pferd. Der Begriff beschreibt jede Form von abdominalen Schmerzen und weist als Symptom auf ein zugrunde liegendes Problem im Bauchraum des Pferdes hin.

Bei einer Kolik leidet das Pferd unter starken Schmerzen. Die Ursachen der Kolik liegen meist im Magen-Darm-Trakt, gehen aber auch von Organen wie Blase, Niere oder Galle aus. Am häufigsten zeigen sich Koliken durch Blähungen, Krämpfe, Verstopfungen, Verschlingungen oder einen Verschluss des Dickdarms beim Pferd. 

Koliken bei Pferden zählen zu den häufigsten internistischen Erkrankungen und sind einer der Hauptgründe für tierärztliche Notfallbehandlungen. Sie stellen immer einen Notfall dar, da sie unter Umständen lebensbedrohlich verlaufen. Um die richtige Behandlung einzuleiten, ist es wichtig, die unterschiedlichen Kolikarten zu kennen.

Welche Arten von Koliken gibt es bei Pferden?

Es gibt verschiedene Arten von Koliken beim Pferd. Die häufigste Form ist die Gaskolik. Weitere Kolikarten sind Krampfkolik, Verstopfungskolik, Sandkolik, Darmdrehung oder -verlagerung, Darmverschluss, Magenüberladung, Darmabknickungen oder -einstülpungen sowie Kreislaufkoliken. 

1. Gaskolik

Die Gaskolik ist die häufigste Form der Kolik. Sie entsteht durch eine übermäßige Gasansammlung in einem oder mehreren Abschnitten des Verdauungstraktes. Die Gasansammlungen dehnen den Darm des Pferdes stark aus, was zu starken Schmerzen führt.

Beim Pferd ist Rülpsen nicht möglich, da die Magenöffnung durch eine kräftige Muskelklappe verschlossen ist. Dieser Verschluss wirkt wie ein Ventil und verhindert, dass Gase aus dem Magen in die Speiseröhre gelangen. Der Darmtrakt des Pferdes ist zudem stark verlängert und misst etwa 25 bis 40 Meter. Dadurch verbleiben entstehende Gase im Verdauungssystem, was zu Aufgasung führt.

Die häufigste Ursache einer Gaskolik ist die Fütterung stark blähender oder ungeeigneter Futtermittel. Dazu zählen frisch gemähtes Gras, in der Sonne gelagertes Grünfutter, Klee, Rüben, Mais, Kartoffeln, frisches Obst sowie weiches Brot. Auch mit Schimmel, Bakterien oder Pilzen kontaminierte Futtermittel lösen Gaskoliken aus.

Die Gaskolik erfordert immer eine tierärztliche Untersuchung. Je nach Schweregrad kommen meist entblähende Medikamente, Bewegung oder eine Magensonde zum Einsatz.

2. Krampfkolik

Krampfkoliken gehören zu den sogenannten spastischen Koliken beim Pferd. Sie sind durch starke Krämpfe im Magen-Darm-Bereich gekennzeichnet, die infolge einer schubweise auftretenden, sehr intensiven Darmtätigkeit entstehen.

Mögliche Ursachen einer Krampfkolik sind Verdauungsstörungen, Fütterungsfehler, schlecht gekautes Futter, Stress sowie ein starker Wurmbefall. Auch hormonelle Einflüsse, wie der Zyklus bei Stuten, sowie Veränderungen an den Eierstöcken, etwa durch Abszesse oder Tumoren, sind Auslöser von Krämpfen beim Pferd.

In manchen Fällen klingt eine Krampfkolik spontan wieder ab, insbesondere wenn Stress oder Aufregung die Auslöser sind. Sind Parasitenbefall oder Entzündungen die Ursache, ist eine schnelle tierärztliche Behandlung notwendig. Der Tierarzt verabreicht in der Regel krampflösende und schmerzlindernde Medikamente, um die Darmbewegung zu normalisieren.

3. Verstopfungskolik

Eine Verstopfungskolik entsteht durch einen Futterstau im Darm, bei dem der Darminhalt nicht mehr normal weiter transportiert und ausgeschieden wird. Bleibt die Verstopfung über einen längeren Zeitraum bestehen, kommt es zum Absterben von Darmabschnitten. 

Eine Verstopfungskolik wird meist durch eine unausgewogene Fütterung verursacht, beispielsweise durch eine zu geringe Wasserzufuhr bei gleichzeitig hohem Strohkonsum oder die Aufnahme großer Mengen Stroh bei mangelnder Bewegung. Weitere Auslöser sind Tumore, die den Darm einschnüren, oder natürliche Engstellen im Darm.

Verstopfungskoliken dauern oft mehrere Tage und verlaufen anfangs meist mild oder sogar ohne Symptome. Selbst bei leichten Symptomen ist eine tierärztliche Abklärung notwendig, da sich der Zustand oft schnell verändert. Die Behandlung umfasst die Zufuhr von Flüssigkeit sowie die Gabe darmanregender Medikamente. In schweren Fällen ist eine Operation erforderlich.

4. Sandkolik

Eine Sandkolik entsteht durch die schrittweise Ansammlung von Sand im Dickdarm. Lagert sich über längere Zeit Sand in Magen und Darm ab und wird nicht weitertransportiert, verringert sich das Darmvolumen. Gleichzeitig verändert sich das Darmmilieu, wodurch der Futterbrei nicht mehr richtig verwertet werden kann.

Mit zunehmender Menge wird der Sand im Darm und Magen schwerer, lässt sich kaum noch weiterbewegen und kommt schließlich vollständig zum Stillstand. Im schlimmsten Fall führt dies zu einem Darmverschluss oder einer Verdrehung des Darms.

Langeweile, Unterforderung, Magenprobleme oder Mineralstoffmangel führen dazu, dass Pferde Sand fressen. Auf stark abgegrasten Weiden oder Sandpaddocks nehmen besonders hungrige Tiere zusätzlich Sand und Schmutzpartikel mit Futter auf. 

Die Behandlung einer Sandkolik erfolgt durch tierärztliche Gabe von Abführmitteln wie Paraffinöl oder speziellen Flohsamenschalen, die den Sand binden und abtransportieren. In schweren Fällen ist eine Operation notwendig, um den Sand zu entfernen.

5. Darmdrehung oder -verlagerung

Eine Kolik infolge von Darmdrehung oder Darmverlagerung entsteht, wenn der Darm ungleichmäßig gefüllt, überladen, verstopft oder aufgegast ist. Die betroffenen Darmschlingen verdrehen sich, drehen sich um sich selbst oder schlingen sich um benachbarte Organe und schnüren den Darm des Pferdes ab.

Typische Ursachen einer Kolik infolge von Darmdrehung oder Darmverlagerung sind unregelmäßige Fresszeiten, lange Fresspausen oder eine zu geringe Raufutteraufnahme. Eine Kolik durch Darmdrehung oder Darmverlagerung stellt immer einen akuten Notfall dar, da sie unbehandelt in einen lebensbedrohlichen Darmverschluss übergeht. 

6. Darmverschluss

Der Darmverschluss stellt die schwerste Form einer Kolik dar und ist für das Pferd lebensbedrohlich. Er entsteht, wenn das Organ stark verkrampft oder die Darmtätigkeit durch eine Lähmung der Darmmuskulatur vollständig zum Erliegen kommt.

Oft entwickelt sich ein Darmverschluss, wenn bei einer Verstopfung oder Verdrehung nicht rechtzeitig gehandelt wird. Die überlastete Darmmuskulatur ermüdet, der Futterbrei wird nicht mehr weitertransportiert und das Pferd setzt keinen Kot mehr ab. Im schlimmsten Fall dreht sich der Darm und verschließt sich vollständig. 

Häufige Auslöser eines Darmverschlusses bei Pferden sind Verstopfungen, Darmdrehungen, Darmverschlingungen oder Darmeinklemmungen. Auch Tumore verursachen einen Darmverschluss. Ein Darmverschluss stellt immer einen akuten Notfall dar. In den meisten Fällen ist eine Operation notwendig, um die Ursache zu beseitigen, verdrehte oder abgeschnürte Darmabschnitte zu entlasten und den Darm wieder durchgängig zu machen. 

7. Magenüberladung

Eine Kolik infolge einer Magenüberladung entsteht, wenn der Magen des Pferdes überfüllt ist und zu viel gärendes oder quellendes Futter aufgenommen wurde. Man unterscheidet eine primäre und eine sekundäre Form der Magenüberladung. 

Die primäre Magenüberladung entsteht durch die übermäßige Aufnahme von Futtermitteln, wodurch der Magen den Inhalt nicht mehr normal weiterleitet und sich überdehnt. Bei der sekundären Magenüberladung stauen sich Speichel, Futterreste und Verdauungssäfte aus dem Dünndarm zurück, meist infolge eines Darmverschlusses.

Da Pferde aufgrund des Schließmuskels am Mageneingang nicht in der Lage sind zu erbrechen, bleiben alle Würgeversuche erfolglos. Der Magen dehnt sich weiter aus, drückt auf das Zwerchfell und führt zu Atemproblemen. 

Um den überfüllten Magen zu entlasten, wird in der Regel eine Magensonde gelegt, über die Futterreste und Gärungsprodukte abgeleitet werden. Zusätzlich erhält das Pferd Infusionen, um den Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt zu stabilisieren.

8. Darmabknickungen oder -einstülpungen

Koliken durch Darmabknickungen oder -einstülpungen beim Pferd entstehen, wenn sich Darmabschnitte in unnatürliche Öffnungen der Bauchhöhle verlagern. 

Ursachen von Darmabknickungen oder -einstülpungen beim Pferd sind Lücken in der Bauchmuskulatur, in denen sich der Darm einklemmt. Bei Hengsten tritt mitunter ein Abrutschen von Darmanteilen in den Hodensack auf. An den betroffenen Stellen staut sich der Futterbrei, der Darm verstopft und die Durchblutung wird eingeschränkt.

Zu den verstärkenden Auslösern gehören hygienisch minderwertiges Futter, zu schnelle Futterumstellungen oder eine vorausgegangene Krampfkolik. In allen Fällen handelt es sich um eine lebensgefährliche Situation, die eine sofortige Operation erfordert.

9. Kreislaufkoliken

Eine Kreislaufkolik entsteht, wenn Störungen des Herz-Kreislauf-Systems kolikartige Symptome beim Pferd auslösen. Besonders ältere Pferde oder Tiere mit Herzproblemen reagieren empfindlich auf starke Wetterumschwünge und hohe Temperaturen.

Hitze im Sommer sowie Temperaturwechsel im Frühjahr belasten den Kreislauf und lösen in manchen Fällen ebenfalls eine Kolik aus. Die Behandlung besteht in einer sofortigen Stabilisierung des Kreislaufs, in der Regel mit Infusionen, Abkühlung und kreislaufunterstützenden Medikamenten.

Bei jeder Kolik ist es sinnvoll, die Erste-Hilfe-Maßnahmen zu kennen, um das Pferd bestmöglich zu unterstützen.

Erste Hilfe beim Verdacht auf eine Kolik 

Erste Hilfe beim Verdacht auf eine Kolik umfasst den sofortigen Anruf beim Tierarzt, die Kontrolle der PAT-Werte, das Einstellen der Fütterung, vorsichtige Bewegung, die Beobachtung von Kot- und Harnabsatz, das Zulassen von Wälzen, Wärmezufuhr, die Vorbereitung für einen möglichen Transport und Gelassenheit.

Die folgende Liste enthält alle Maßnahmen zur Ersten Hilfe bei Verdacht auf Kolik.

  • Tierarzt: Beim Verdacht auf eine Kolik ist die wichtigste Maßnahme, sofort den Tierarzt anzurufen.
  • PAT-Werte: Puls, Atmung und Temperatur messen und dem Tierarzt durchgeben. Die Normalwerte sind 28–40 Pulsschläge pro Minute, 8–16 Atemzüge pro Minute und 37,5–38,2 °C Körpertemperatur.
  • Fütterung einstellen: Dem Pferd kein Futter und kein Wasser geben, damit der Darm nicht weiter belastet wird.
  • Bewegung: Das Pferd bewegen oder im Schritt longieren, um Kreislauf und Darmtätigkeit zu fördern.
  • Wälzen: Wälzen oder Hinlegen zulassen, aber das Pferd immer wieder zum Aufstehen motivieren.
  • Kontrolle: Kot- und Harnabsatz beobachten und Veränderungen notieren. Den Zustand des Pferdes alle 30 Minuten überprüfen.
  • Transport vorbereiten: Pferdeanhänger organisieren, falls eine Klinikfahrt notwendig wird.
  • Wärme: Im Winter oder bei Kälte das Pferd mit einer Abschwitzdecke eindecken, da die Wärme die Bauchmuskulatur entspannt.
  • Ruhe bewahren:  Starke Schmerzen versetzen das Pferd in Stress und machen es unruhig. Gelassenes Verhalten trägt zur Beruhigung bei.

Eine Kolik beim Pferd hat verschiedene Auslöser. 

Was sind Ursachen für Koliken bei Pferden?

Die Ursachen für Koliken bei Pferden sind in erster Linie auf Fütterungsfehler zurückzuführen. Darüber hinaus erhöhen Erkrankungen von Magen, Darm, Leber oder Harnwegen, Zahnprobleme, Stress, Haltungsfehler, anatomische Besonderheiten, Wetterumschwünge sowie Erkrankungen des Bewegungsapparats das Risiko.

Die folgende Liste enthält mögliche Ursachen für Koliken bei Pferden.

  • Fütterungsfehler: Zu den häufigsten Auslösern von Koliken zählen Fütterungsfehler und Fehler im Fütterungsmanagement. Dazu zählen eine unausgewogene Raufutterversorgung mit zu wenig Heu, ein übermäßiger Strohkonsum und mit Giftpflanzen kontaminiertes Futter. Auch blähende Futtermittel führen zu einer übermäßigen Gasbildung im Darm. Verdorbenes Futter oder ein Futterwechsel belasten den empfindlichen Verdauungstrakt zusätzlich. Ein weiterer Risikofaktor sind zu große Futtermengen pro Mahlzeit. Ebenso problematisch ist eine unzureichende Wasseraufnahme oder die Aufnahme von verunreinigtem Wasser, da dies die Verdauung verlangsamt.
  • Magen- und Darmerkrankungen: Auch Magen- und Darmerkrankungen zählen zu den häufigen Ursachen für Koliken beim Pferd. Dazu gehören akute oder chronische Entzündungen, Magengeschwüre, Fehlgärungen sowie Funktionsstörungen des Darms. 
  • Stress: Stress zählt ebenso zu den Ursachen einer Kolik. Pferde reagieren sehr stark auf Stressreize, was sie als Fluchttiere in ständige Alarmbereitschaft versetzt. Dadurch wird die Verdauung beeinträchtigt. Stress wird durch erhöhte Belastung, einen Stallwechsel, Turniere oder Veränderungen im sozialen Umfeld ausgelöst. 
  • Infektionen: Infektionen mit Bakterien, Viren oder Parasiten beeinträchtigen den Verdauungstrakt und stören das Gleichgewicht der Darmflora. Die normale Funktion von Magen und Darm wird erheblich gestört und es kommt zu kolikartigen Symptomen.
  • Leber- und Gallengangserkrankungen: Erkrankungen wie Leberentzündungen, Gallensteine oder Abflussstörungen rufen Koliken beim Pferd hervor. Störungen in diesen Organbereichen beeinträchtigen den Stoffwechsel und die Verdauung, was zu Schmerzen im Bauchraum führt.
  • Erkrankungen der Harn- und Geschlechtsorgane: Probleme mit Harn- und Geschlechtsorganen zählen ebenfalls zu den möglichen Ursachen für Koliken beim Pferd. Dazu gehören Harnsteine, Blasenentzündungen oder Tumore. Bei Stuten treten auch Entzündungen der Gebärmutter oder der Eierstöcke auf.
  • Haltungsfehler: Auch Fehler in der Haltung erhöhen das Risiko für Koliken. Dazu zählen mangelnde Bewegung und dauerhaftes Stehen in der Box. Fehlende Sozialkontakte oder eine unruhige Herdenstruktur wirken sich zudem negativ auf das Pferd aus und belasten den Verdauungstrakt. 
  • Erkrankungen im Brust- und Schlundbereich: Zu den möglichen Ursachen kolikartiger Symptome zählen Schlundverstopfungen oder Entzündungen der Speiseröhre, die den Transport der Nahrung stören, sowie Erkrankungen der Atemwege wie Lungenentzündungen oder chronische Bronchitis.
  • Anatomie des Pferdes: Die Anatomie des Pferdes begünstigt Aufblähungen, Verdrehungen und Verstopfungen von Darmabschnitten. Da der Mageneingang durch einen kräftigen Schließmuskel verschlossen ist, ist Erbrechen nicht möglich.
  • Wetterumschwünge: Plötzliche Veränderungen von Temperatur, Luftdruck oder Luftfeuchtigkeit belasten den Kreislauf von Pferden und wirken sich auf die Verdauung des Pferdes aus. 
  • Zahnprobleme: Bei älteren Pferden führen Zahnprobleme oder Zahnverlust häufig dazu, dass das Futter nicht mehr ausreichend zerkleinert wird. Wenn Futter unzerkaut in den Verdauungstrakt gelangt, kommt es zu Verstopfungen und Koliken.
  • Erkrankungen des Bewegungsapparats: Erkrankungen des Bewegungsapparats rufen manchmal kolikartige Symptome beim Pferd hervor. Dazu zählen Rhabdomyolyse, atypische Weidemyopathie oder Hufrehe. Die damit verbundenen Schmerzen und die Belastung des Stoffwechsels führen zu Verhaltensweisen, die einer Kolik ähneln.

Die Symptome einer Kolik beim Pferd fallen sehr unterschiedlich aus.

Was sind Symptome von Koliken bei Pferden?

Die Symptome von Koliken bei Pferden sind vielfältig und reichen von starken Bauchschmerzen bis zu Unruhe, fehlender Futter- und Wasseraufnahme, Schweißausbrüchen, aufgeblähtem Bauch, fehlendem Kotabsatz oder wiederholtem Hinlegen und Aufstehen. 

Es folgt eine Liste der typischen Kolik Symptome beim Pferd.

  • Starke Bauchschmerzen 
  • Fehlende Futter- und Wasseraufnahme
  • Fehlender Kotabsatz
  • Unruhiges Verhalten
  • Apathisches, teilnahmsloses Verhalten
  • Häufiges Scharren und Stampfen
  • Tritte gegen den Bauch
  • Häufiges Kopfdrehen in Richtung Bauch
  • Aufgeblähter Bauch
  • Flehmen (Wittern mit angehobenem Kopf und hochgezogener Oberlippe)
  • Wiederholtes Hinlegen und Aufstehen
  • Längeres auf dem Rücken liegen
  • Häufiges und heftiges Wälzen 
  • Schweißausbrüche
  • Kreislaufstörungen bis hin zum Kollaps
  • Kaum bis keine Darmgeräusche
  • Fieber
  • Erhöhter Puls
  • Erhöhte Atemfrequenz bei aufgeblähten Nüstern 
  • Umherwandern
  • Stöhnen oder Jammern
  • Ängstliches Verhalten
  • Gerötetes Zahnfleisch und Augen
  • Angespannte Bauchmuskulatur

Die Symptome einer Kolik beim Pferd sind meist leicht erkennbar. Pferde zeigen ihre Schmerzen jedoch unterschiedlich stark. Manche reagieren empfindlich und bringen ihr Unwohlsein klar zum Ausdruck, andere wirken unauffällig. Die Ausprägung einzelner Symptome lässt keine Rückschlüsse auf die Schwere der Kolik zu. 

Auch bei milden Anzeichen ist eine Behandlung durch den Tierarzt wichtig. 

Wie läuft die Behandlung einer  Kolik beim Pferd ab?

Die Behandlung einer Kolik beim Pferd läuft in mehreren Schritten ab. Zunächst erfolgt die gründliche Diagnostik, anschließend die Gabe geeigneter Medikamente. Bessert sich der Zustand nicht, schließt sich eine intensivmedizinische Versorgung an. In schweren Fällen ist eine Kolikoperation notwendig.

1. Diagnostik

Am Beginn der Kolikbehandlung steht die Diagnostik. Diese umfasst eine Anamnese, bei der unter anderem Angaben zum Beginn und zur Dauer der Symptome, zur letzten Futter- und Wasseraufnahme, zu möglichen Futterumstellungen, zu bestehenden Vorerkrankungen sowie zum Entwurmungsstatus erhoben werden.

Die klinische Untersuchung umfasst die Beurteilung des Allgemeinverhaltens sowie die Kontrolle von Puls, Atmung, Temperatur und der Farbe der Schleimhäute. Dabei wird besonderer Wert auf den Bauch gelegt, der auf Aufblähungen oder Verletzungen geprüft wird. Das Abhören der Darmgeräusche gibt wichtige Hinweise auf Art und Schwere der Kolik. 

Ergänzend kommen spezielle Untersuchungsmethoden zum Einsatz. Die Magensondierung dient einerseits der Diagnose und Entlastung des Magens und ermöglicht andererseits die Beurteilung von Inhalt und pH-Wert. Bei der rektalen Untersuchung lassen sich die im Beckenbereich erreichbaren Darmabschnitte abtasten, um Lageveränderungen zu erkennen. Eine Bauchhöhlenpunktion liefert Hinweise auf Entzündungen oder Blutungen. Auch die Ultraschalluntersuchung gehört zur Kolik Diagnostik und macht innere Organe sowie krankhafte Veränderungen des Darms sichtbar. Abschließend liefern Laborparameter Hinweise auf Entzündungen beim Pferd.

2. Medikamente

Die Behandlung einer Kolik beginnt in der Regel mit Medikamenten. Tierärzte verabreichen krampflösende und schmerzstillende Präparate, die häufig ausreichen, um den Darm zu entkrampfen und die normale Verdauung wiederherzustellen. 

Bei Verstopfungen oder Sandkoliken kommen abführende Präparate wie Bittersalz oder Glaubersalz sowie Paraffinöl zum Einsatz, um den Magen und Darm zu entleeren. Ist der Kreislauf beeinträchtigt, werden zusätzlich kreislaufstabilisierende Mittel verabreicht. 

3. Intensivmedizinische Versorgung

Spricht das Pferd nicht auf Medikamente an, ist eine zügige Verlegung in eine Pferdeklinik notwendig. In der Klinik erfolgt die erneute Gabe von Medikamenten und die kontinuierliche Überwachung aller wichtigen Parameter. Auf einer geeigneten Intensivstation wird das Tier rund um die Uhr betreut und über Infusionen mit Flüssigkeit und Nährstoffen versorgt.

4. Kolik Operation

Bleibt die Kolik trotz medikamentöser Behandlung bestehen und weisen die Untersuchungen auf eine schwere Darmverschlingung oder einen vollständigen Darmverschluss hin, stellt eine Operation die einzige letzte Therapieoption dar.

Bei einer Kolik Operation wird die Bauchhöhle chirurgisch eröffnet, um die zugrunde liegende Ursache zu beseitigen. Abhängig vom Befund erfolgt eine Entlastung des Darms oder die Entfernung bereits abgestorbener Darmabschnitte.

Eine Beurteilung des Ausmaßes und der Schwere der Kolik ist erst während des Eingriffs möglich. Kolik Operationen sind immer ein schwerwiegender Eingriff. Gleichzeitig stellen sie jedoch oft die einzige Chance auf Rettung bei einer Kolik dar. 

Wenn eine Genesung nicht möglich ist, wird das Pferd unter Vollnarkose schmerzfrei eingeschläfert. Laut der Allianz Versicherung liegt die Überlebensrate bei Kolik Operationen im Durchschnitt bei 70 bis 80 Prozent. 

5. Nachsorge

Nach einer Kolikoperation steht Ruhe im Vordergrund. Das Pferd bleibt einige Tage in der Klinik und wird intensiv überwacht. Anschließend folgen zu Hause einige Tage Boxenruhe.

Das Fütterungsmanagement umfasst ausreichend Raufutter, reduziertes Kraftfutter und eine gesicherte Wasseraufnahme.

In den ersten vier Wochen ist das Pferd in einer Spänebox untergebracht und wird nur im Schritt an der Hand bewegt. Ab der zweiten Woche ist in Absprache mit dem Tierarzt leichtes Reiten im Schritt möglich. Danach erfolgt ein vorsichtiger Konditionsaufbau. Insgesamt dauert die Schonphase sechs bis zehn Wochen.

Behandlung von Kolik bei Pferden in der Pferdeklinik am Sorpesee

Koliken zählen zu den häufigen Gründen für eine Vorstellung in der Pferdeklinik am Sorpesee. Im Mittelpunkt steht eine gründliche klinische Untersuchung. Auf dieser Grundlage planen wir die weitere Therapie individuell, um jedem an Koliken leidenden Pferd bestmöglich zu helfen.

Zur Abklärung starker Bauchschmerzen beim Pferd stehen zahlreiche moderne Verfahren zur Verfügung. So geben Laboruntersuchungen uns Aufschluss über Entzündungen, Infektionen oder den Flüssigkeitshaushalt. Mittels Ultraschall lassen sich zudem Darmbewegungen, Flüssigkeitsansammlungen und Lageveränderungen beurteilen. Mithilfe einer Videoendoskopie bzw. Videogastroskopie sind Magengeschwüre oder Reflux abzuklären.

Fünf voll ausgestattete Praxisfahrzeuge gewährleisten eine schnelle und flexible Verfügbarkeit in unserem gesamten Einzugsgebiet. So stellen wir eine 24-Stunden-Bereitschaft für kolikverdächtige Pferde sicher. Zu unseren mobilen Untersuchungsmethoden zählen unter anderem digitale Röntgenaufnahmen und Ultraschalluntersuchungen.

Ein zentraler Bestandteil unserer Arbeit ist die intensivmedizinische Betreuung. Hierzu gehören Kolikpatienten ebenso wie Pferde mit schweren Verletzungen oder anderen internistischen Erkrankungen. Helle, geräumige und kameraüberwachte Boxen bieten eine engmaschige Überwachung und Versorgung. 

Was kann man zur Prävention von Koliken bei Pferden tun?

Zur Prävention von Koliken bei Pferden kann man staubfreies Heu in ausreichender Menge füttern, Futterumstellungen vermeiden, langsam anweiden, Kraftfutter in kleinen Portionen geben, blähende Futtermittel begrenzen, für Bewegung sorgen, die Zähne kontrollieren, regelmäßig entwurmen und Stress vermeiden.

Die folgende Liste zeigt Maßnahmen zur Prävention von Koliken bei Pferden.

  • Staubfreies und qualitativ hochwertiges Heu in ausreichender Menge, idealerweise zur freien Verfügung
  • Keine abrupten Futterumstellungen
  • Regelmäßige Fütterung von Mash zur Unterstützung der Verdauung
  • Langsames Anweiden im Frühjahr
  • Auf mehrere kleine Mahlzeiten verteiltes Kraftfutter, frühestens eine Stunde nach der Heugabe
  • Blähende Futtermittel wie junges Gras, frisches Obst oder Brot nur in kleinen Mengen
  • Viel Bewegung, idealerweise täglicher Auslauf im Freien
  • Grasen auf Weiden mit nicht zu energiereichem Gras
  • Regelmäßige Wurmtests und Entwurmungen
  • Regelmäßige Zahnkontrolle und Behandlung von Zahnproblemen
  • Stressvermeidung durch ruhige Haltungsbedingungen und stabile Herdenstruktur
  • Homöopathische Unterstützung nach tierärztlicher Abstimmung
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Wir möchten Sie bitten, sich beim Besuch stationärer Patienten vor Betreten des Stalles an der Rezeption anzumelden. Ist diese nicht besetzt, melden Sie sich bitte telefonisch an unter der Rufnummer:
02933 / 902 19 23

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