Husten beim Pferd: Ursachen, Symptome & Behandlung

Husten beim Pferd: Ursachen, Symptome & Behandlung

Letztes Update am
24. November 2025

Husten beim Pferd ist ein Schutzreflex, der durch eine Reizung der Atemwege ausgelöst wird. Er ist keine eigenständige Krankheit, sondern Symptom einer Atemwegserkrankung.

Inhaltsverzeichnis

Regelmäßiger Husten ist ein Hinweis auf eine Reizung oder Erkrankung der Atemwege. Die Fachzeitschrift „The Veterinary Journal“ veröffentlichte Studien, nach denen Atemwegserkrankungen wie Husten zu den vierthäufigsten Erkrankungen von Pferden im Reitsport zählen. 

Bereits die ersten Anzeichen von Husten erfordern eine frühzeitige tierärztliche Abklärung, um Komplikationen zu verhindern. Um das Pferd bis zum Eintreffen des Tierarztes bestmöglich zu versorgen, ist es wichtig, die Erste-Hilfe-Maßnahmen bei Husten zu kennen.

Die Tierärztliche Klinik für Pferde am Sorpesee steht Ihnen und Ihren Pferden ganzjährig rund um die Uhr zur Verfügung. Unter der Leitung von Dr. Jutta Riedel-Kaufhold und FEI-Tierarzt Tobias Kaufhold verbinden wir langjährige Erfahrung in der Diagnose und Behandlung von Husten bei Pferden mit moderner Technik, fachlicher Kompetenz und persönlicher Betreuung.

Hier sind unsere Kontaktdetails.

  • Adresse: Tierärztliche Klinik für Pferde am Sorpesee
  • Frankfurter Straße 34, 59846 Sundern-Stemel
  • Telefon: 02933/902190
  • Telefax: 02933/9021929
  • E-mail: web@pferdeklinik-sorpesee.de
  • Webseite: https://pferdeklinik-sorpesee.de/

Dies sind die Sprechzeiten unserer Rezeption.

  • Montag bis Freitag 8:00–18:00 
  • Samstag 9:00–12:00 
  • Die Öffnungszeiten der Rezeption sind nicht mit den Besuchszeiten gleichzusetzen.

Dies sind unsere Besuchszeiten.

  • Montag bis Freitag 10:00–18:00 
  • Samstag 10:00–12:00 17:00–18:00
  • Sonn- und Feiertags 9:00-–10:00 17:00–18:00

Krankheitsverläufe von Husten bei Pferden

Bei Pferden gibt es zwei Krankheitsverläufe von Husten. Akuter Husten tritt plötzlich auf und zeigt sich häufig in Verbindung mit deutlichen Krankheitssymptomen. Chronischer Husten besteht über mehrere Wochen oder Monate und weist in der Regel auf eine länger bestehende Atemwegserkrankung hin.

Akuter Husten bei Pferden

Akuter Husten bei Pferden entsteht durch eine aktuelle Infektion der Atemwege und klingt bei gezielter Behandlung innerhalb von etwa zwei Wochen ab. Er verläuft meist kurz, heftig und tritt plötzlich auf.

Akuter Husten ist ein Schutzreflex, mit dem das Pferd versucht, Schleim oder Fremdpartikel aus den Atemwegen zu entfernen und Ablagerungen in der Lunge zu verhindern. Der Husten dient als Selbstreinigungsmechanismus, stellt jedoch zugleich ein Alarmsignal dar, da er auf eine Reizung der Atemwege hinweist.

Ursachen

Die häufigsten Ursachen für einen plötzlich auftretenden akuten Husten beim Pferd sind Virusinfektionen, vor allem durch Influenza-, Herpes- oder Rhinoviren verursacht.

Die Viren lösen beim Pferd eine Entzündung der Atemwegsorgane aus, die mit Schwellungen einhergeht. Dadurch verengen sich die Luftwege. Zusätzlich kommt es zu krampfartigen Verengungen der Bronchialmuskulatur, was die Atemnot verstärkt. In den Bronchien lagert sich zäher Schleim ab, der Bakterien ideale Wachstumsbedingungen bietet. 

In einigen Fällen kommt es als Folge einer viralen Infektion zu einer bakteriellen Sekundärinfektion. 

Symptome 

Diese Liste zeigt die typischen Symptome akuten Hustens bei Pferden.

  • Plötzlich auftretender Husten
  • Erschwerte Atmung (auch in Ruhe)
  • Mattigkeit und leichte Apathie
  • Appetitlosigkeit
  • Vermehrter milchig-weißer Nasenausfluss
  • Schwellungen der Lymphknoten am Kopf und Hals 
  • Plötzliches Fieber

Behandlung

Bei akutem Husten ist eine schnelle tierärztliche Behandlung erforderlich, sobald die ersten Symptome auftreten. Eine frühe Behandlung verkürzt die Krankheitsdauer und verringert die Wahrscheinlichkeit eines chronischen Verlaufs.

Die Behandlung richtet sich nach der zugrunde liegenden Diagnose. Oft werden schleimlösende und entzündungshemmende Präparate eingesetzt. Diese werden durch abwehrstärkende Mittel wie Vitamine und Spurenelemente ergänzt, um die körpereigene Abwehr des Pferdes zu unterstützen. Antibiotika sind nur bei einer bakteriellen Sekundärinfektion erforderlich.

Bei frühzeitiger Behandlung der Ursache klingt akuter Husten in der Regel innerhalb von ein bis zwei Wochen ab. Auch nach Ausbleiben der akuten Symptome ist eine Schonung wichtig. 

Ihr Pferd benötigt medizinische Hilfe? Unsere Pferdeklinik ist erfahren in allen Arten von Behandlungen, die wir nach modernsten Standards durchführen. Nehmen Sie Kontakt zu uns auf, um zeitnah einen Termin zu vereinbaren.

Chronischer Husten bei Pferden

Chronischer Husten beim Pferd besteht, wenn Husten über mehrere Wochen oder Monate anhält oder immer wiederkehrt. Er ist ein Symptom für länger bestehende Reizungen und Erkrankungen der Atemwege.

Typischerweise tritt chronischer Husten in unterschiedlicher Intensität auf, häufig verstärkt am Morgen, zu Beginn des Trainings oder bei erhöhter Staubbelastung. 

Ursachen

Häufig ist ein nicht vollständig auskurierter akuter Husten die Ursache für einen chronischen Husten beim Pferd. Zu den weiteren möglichen Ursachen zählen staubiges oder schimmelbelastetes Heu, schlechte Stallluft, allergische Reaktionen, zu wenig Frischluft oder mangelnde Bewegung. Auch Parasiten wie Lungenwürmer spielen eine Rolle bei chronischem Husten.

Symptome

Die Liste zeigt typische Symptome chronischen Hustens bei Pferden.

  • anhaltender Husten
  • erschwerte Atmung auch in Ruhephasen
  • erhöhte Atemfrequenz
  • Leistungsminderung
  • Schwitzen bei geringer Belastung
  • wenig Nasenausfluss
  • Ausatmung unter Zuhilfenahme der Bauchmuskeln
  • Ausbildung einer Dampfrinne (Vertiefung an der Flanke durch Überlastung der Bauchmuskulatur)

Behandlung

Bei den ersten Anzeichen einer chronischen Hustenerkrankung ist eine tierärztliche Untersuchung erforderlich, um weitere Folgeschäden zu vermeiden. 

Zu den wichtigsten Behandlungsmaßnahmen gehört die Verbesserung der Atemluft von Pferden. Maßnahmen wie Offenstall- oder Außenboxhaltung, die Verwendung von nassem oder gedämpftem Heu, staubarmen Spänen, das Befeuchten des Stallbodens sowie das Aussperren der Pferde während des Mistens verringern die Staubbelastung.

Zur medikamentösen Therapie kommen in der Regel entzündungshemmende und bronchienerweiternde Wirkstoffe zum Einsatz, die inhalativ verabreicht werden. 

Für den Behandlungserfolg bei chronischem Husten ist es entscheidend, die zugrunde liegende Ursache zu beseitigen.

Ihr Pferd benötigt medizinische Hilfe? Unsere Pferdeklinik ist erfahren in allen Arten von Behandlungen, die wir nach modernsten Standards durchführen. Nehmen Sie Kontakt zu uns auf, um zeitnah einen Termin zu vereinbaren.

Was sind die Ursachen von Husten bei Pferden?

Häufige Ursachen von Husten bei Pferden sind Infektionen durch Viren, Bakterien oder Parasiten, Belastungen durch Staub und Schimmelsporen im Heu, Allergien und eine schlechte Luft- und Futterqualität. Auch Reize wie Kälte und Nässe sowie mangelnde Bewegung rufen Husten hervor.

In der folgenden Liste sind die typischen Ursachen von Husten bei Pferden aufgeführt.

  • Viren und Bakterien: Infektionen mit Viren und Bakterien zählen zu den häufigsten Ursachen für Husten beim Pferd. Die Erreger werden durch direkten Kontakt oder Tröpfcheninfektionen über die Luft übertragen und breiten sich innerhalb des Bestandes aus. Zu den viralen Infektionen zählen die hochansteckende Pferdegrippe, die durch das Influenzavirus verursacht wird, sowie das Equine Herpesvirus. Zu den typischen bakteriellen Infektionen zählen die ansteckende bakterielle Infektionskrankheit Druse sowie die Rhodococcus-equi-Infektion, die über staubhaltige Luft übertragen wird.
  • Pilze und Schimmelsporen: Weitere Ursache sind Belastungen durch Pilze und Schimmelsporen, die sich vor allem in minderwertigem Heu oder verunreinigter Einstreu finden. 
  • Parasiten: Parasiten wie Spul- oder Lungenwürmer schädigen die Lunge und verursachen bei Pferden Husten, teils mit Schleimbildung und Atemnot. Die Ansteckung erfolgt über kontaminiertes Futter, Wasser, Weiden oder den Kot infizierter Tiere.
  • Staubbelastung: Eine Ursache für Husten bei Pferden ist Staubbelastung im Stall. Normalerweise binden Schleimhäute und Flimmerhärchen die Partikel im Schleim und transportieren sie ab. Bei starker Belastung versagt der Schutzmechanismus, das Gewebe entzündet sich und Husten entsteht.
  • Allergien: Allergien lösen Husten beim Pferd aus. Zu den Allergenen zählen neben Pollen vor allem Staub, Pilzsporen, Bakterien und Futtermilben, die die Atemwege reizen. Werden Pferde über längere Zeit dieser hohen Belastung ausgesetzt, entwickeln sie in manchen Fällen eine Immunüberreaktion. Eine häufige, durch Allergien ausgelöste Erkrankung ist das Equine Asthma. Eine Untersuchung des Fachbereichs Veterinärmedizin der Freien Universität Berlin ergab, dass bis zu 90 Prozent der in deutschen Pferdekliniken behandelten Pferde mit Atemwegserkrankungen bereits Symptome des Equinen Asthmas aufwiesen.
  • Futter- und Einstreuqualität: Eine mangelhafte Qualität von Einstreu und Futter gehört zu den Ursachen für Husten beim Pferd. Besonders schimmeliges Heu oder verunreinigte Einstreu enthalten Toxine, die das Lungengewebe schädigen.
  • Luftqualität: Eine schlechte Luftqualität im Stall stellt eine weitere Ursache für Husten beim Pferd dar. Ammoniakdämpfe, die aus Matratzeneinstreu entstehen, sowie Stickoxide führen in der Lunge zu Reaktionen, die Entzündungen auslösen. 
  • Thermische Reize: Thermische Reize wie Kälte und Nässe im Winter belasten die Atemwege des Pferdes. Unterkühlung, feuchte Stallbedingungen oder längere Aufenthalte in Zugluft schwächen die Abwehrfunktion der Schleimhäute. Ein zusätzlicher Risikofaktor ist ein zu frühes oder unnötiges Eindecken. Eine Überhitzung führt zu vermehrtem Schwitzen, wodurch das Pferd schneller auskühlt und anfälliger für Atemwegserkrankungen wird.
  • Bewegungsmangel: Zu den Auslösern für Atemwegsprobleme zählt auch zu wenig Bewegung, insbesondere im Winter. Übergewicht verschärft diese Problematik, da die Fettmasse im Rumpf auf die Lunge drückt und die Sauerstoffversorgung reduziert.

Neben den Ursachen sind auch die Symptome von Husten bei Pferden vielfältig.

Was sind die Symptome von Husten bei Pferden?

Husten bei Pferden ist keine eigenständige Krankheit, sondern ein Symptom mit verschiedenen möglichen Ursachen. Symptome, die im Zusammenhang mit Husten auftreten, sind eine erschwerte Atmung, erhöhte Atemfrequenz, Mattigkeit, Appetitlosigkeit, Nasenausfluss und Fieber.

Die folgende Liste zeigt die Symptome von Husten bei Pferden.

  • Husten: Husten zeigt sich bei Pferden in unterschiedlicher Ausprägung. Mitunter äußert er sich als leichtes Abhusten oder Hüsteln beim Antraben. Liegen bereits Schädigungen oder Entzündungen der Atemwege vor, verstärkt sich der Husten. Manchmal klingt er auch phasenweise ab, tritt jedoch unregelmäßig immer wieder auf.
  • Erschwerte Atmung: Ein Begleitsymptom von Husten ist eine erschwerte Atmung. Betroffene Pferde zeigen eine leichte bis mittlere Bauchatmung sowie eine erhöhte Atemfrequenz. Die normale Atemfrequenz bei Pferden liegt bei 8 bis 16 Atemzügen pro Minute. Werte ab 20 Atemzügen gelten als auffällig. 
  • Mattigkeit: Pferde mit Husten sind in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt. Besonders in höheren Gangarten oder bei größerer Anstrengung fehlt ihnen die Luft und sie ermüden schneller.
  • Appetitlosigkeit: Ein weiteres Begleitsymptom von Husten ist Appetitlosigkeit. Die reduzierte Futteraufnahme schwächt den Allgemeinzustand zusätzlich.
  • Nasenausfluss: Neben Husten tritt bei einigen Pferden auch ein milchig-weißer, nicht eitriger, eher schaumiger Nasenausfluss auf. 
  • Fieber: Bei viralen oder bakteriellen Infektionen tritt begleitend zum Husten oft Fieber auf. 

Es gibt verschiedene Maßnahmen gegen Husten.

Was kann man gegen Husten beim Pferd tun?

Gegen Husten beim Pferd kann man mit Erste-Hilfe-Maßnahmen bis zum Eintreffen des Tierarztes zur Unterstützung beitragen. Die folgende Übersicht zeigt die wichtigsten Maßnahmen, mit denen Halter die Genesung unterstützen können.

  • Heu mit einem Bedampfer aufbereiten oder vor dem Füttern 10 Minuten in Wasser tauchen und abtropfen lassen
  • Offenstallhaltung mit viel frischer Luft und Bewegung
  • Paddock-/Außenbox mit täglichem Weidegang ohne Zugluft
  • Statt Stroh staubarme, antiallergene Einstreu wie gereinigte Späne
  • Pferde nicht auf staubigen Reitplatz- oder Hallenböden bewegen
  • Pferde während der Stallarbeit und bis zu zwei Stunden danach aus dem Stall bringen
  • Stall regelmäßig lüften
  • Für tägliche, dosierte Bewegung sorgen, damit sich Schleim in den Atemwegen löst
  • Bei akuten Infektionen eine Schonzeit von zwei bis drei Wochen einhalten
  • Inhalationen mit Kochsalzlösung
  • Kräutertee mit Spitzwegerich, Thymian, Eibischwurzel, Salbei oder Kamille
  • Hochwertiges Mineralfutter mit Vitamin C und E

Jeder Husten beim Pferd ist ernst zu nehmen, um die Entstehung chronischer Atemwegserkrankungen zu verhindern. Hausmittel wirken unterstützend, ersetzen jedoch keine tierärztliche Behandlung. 

Wie läuft die Behandlung von Husten bei Pferden ab?

Die Behandlung von Husten bei Pferden läuft über eine genaue Diagnose, die Optimierung der Haltungsbedingungen und den gezielten Einsatz von Medikamenten wie Schleimlösern, Krampflösern, Entzündungshemmern und Antibiotika ab. Außerdem kommen Lungenspülungen, Inhalationen oder alternative Heilmethoden zum Einsatz.

1. Diagnose

Die Diagnostik beginnt in den meisten Fällen mit dem Abhören der Atemwege durch den Tierarzt. Bleibt das Abhören unauffällig, erfolgt eine Untersuchung mittels Bronchoskopie. Dabei werden die Atemwege endoskopisch begutachtet, um festzustellen, ob die gesamten Atemwege betroffen sind. Gleichzeitig wird eine Schleimprobe entnommen, deren Analyse Aufschluss über die Art des Hustens und mögliche Erreger gibt.

Zusätzlich zählen auch Röntgenuntersuchungen zur weiterführenden Diagnostik, um Veränderungen im Lungengewebe sichtbar zu machen. Eine Bestimmung der Blutgaswerte gibt zudem Aufschluss über den Sauerstoff- und Kohlendioxidgehalt im Blut und zeigt, in welchem Ausmaß die Lungenfunktion beeinträchtigt ist.

2. Haltungsverbesserung

Die Optimierung der Haltungsbedingungen bildet die Basis jeder Behandlung, da Husten bei Pferden häufig durch Umweltfaktoren wie Staub, Schimmelsporen, Ammoniakdämpfe oder schlechte Luftqualität ausgelöst oder verstärkt wird. Medikamente allein lindern die Symptome nur vorübergehend. Um die Atemwege zu entlasten und Rückfälle zu vermeiden, ist eine langfristige Verbesserung der Haltungsbedingungen wichtig. Maßnahmen hierfür sind unter anderem staubarme Einstreu, gedämpftes oder gewässertes Heu, regelmäßiges Lüften und ausreichende Bewegung an der frischen Luft.

3. Schleimlöser

Bei Husten setzt der Tierarzt häufig Schleimlöser ein, um den zähen Schleim in den Bronchien des Pferdes zu verflüssigen und gleitfähiger zu machen. So hustet das Pferd den Schleim unter Belastung leichter ab, wodurch Staubpartikel und Bakterien aus den Atemwegen entfernt werden.

4. Krampflöser

Bei Problemen im Gasaustausch verabreicht der Tierarzt Bronchienerweiterer. Der Gasaustausch sorgt dafür, dass das Pferd genügend Sauerstoff ins Blut aufnimmt und überschüssiges Kohlendioxid aus dem Körper abgibt. Ist der Gasaustausch durch Schleim, Entzündungen oder verengte Atemwege gestört, gelangt weniger Sauerstoff in den Körper und Kohlendioxid wird nicht ausreichend abgeatmet. 

Krampflösende Medikamente wie Bronchospasmolytika erweitern die Bronchien, verbessern den Gasaustausch und erleichtern die Atmung. Da diese Präparate auf der Dopingliste stehen, erfordern sie bei Sportpferden besondere Beachtung. 

5. Entzündungshemmer

In schweren Fällen, in denen das Pferd kaum noch Luft bekommt, setzt der Tierarzt Kortikosteroide (Cortison) ein. Diese wirken stark entzündungshemmend, lassen die Schleimhaut abschwellen und erleichtern die Atmung. 

6. Lungenspülungen

Die Lungenspülung, auch Hyperinfusionstherapie genannt, kommt in schweren Fällen zum Einsatz, wenn andere Medikamente bei hustenden Pferden nicht ausreichend wirken. Die Therapie dient der Reinigung der Lunge und der Lösung von festsitzendem Schleim. Die Behandlung findet in der Klinik unter tierärztlicher Überwachung statt.

7. Antibiotika

Wenn ein Keim in der Lunge nachgewiesen wird und die Infektion stark ausgeprägt ist, erfolgt eine Behandlung mit Antibiotika. Diese sind jedoch nur bei Husten durch bakterielle Infektionen wirksam, da sie die Bakterien im Lungenschleim abtöten.

8. Inhalieren

Zur Unterstützung bei der Behandlung von Husten beim Pferd wird häufig eine Inhalation mit Kochsalzlösung oder Medikamentenzusätzen empfohlen. Sie verflüssigt Schleim und erleichtert deren Abtransport. Pferde mit chronischen Lungenschäden benötigen Inhalationen meist langfristig. 

9. Alternative Heilmethoden 

Neben den klassischen Therapien sind auch alternative Methoden wie die Gabe von Heilkräutern ergänzend bei Husten einzusetzen. Kräuter wie Spitzwegerich, Thymian, Eibisch, Salbei, Süßholz, Malve oder isländisches Moos wirken schleimlösend, entzündungshemmend und beruhigend auf die Atemwege. Sie lassen sich als Tee, im Mash oder in Form von Kräutermischungen verfüttern.

Husten Behandlung in der Pferdeklinik am Sorpesee

Atemwegserkrankungen wie Husten zählen zu den häufigsten internistischen Vorstellungsgründen in unserer Pferdeklinik am Sorpesee. Vorsorge, Diagnostik und Behandlung von Husten bilden einen unserer Schwerpunkte.

Dank unserer modernen Ausstattung bieten wir ein breites Spektrum an Untersuchungs- und Behandlungsmöglichkeiten bei Husten. Für die Diagnostik und Therapie von Husten stehen folgende Maßnahmen bereit.

  • Laboruntersuchungen zur Erregerdiagnostik: Unser hauseigenes Labor ermöglicht eine Sofortdiagnostik vieler wichtiger Parameter und einen schnellen Therapiebeginn. Dazu zählen Blutwertkontrollen, parasitologische und zytologische Analysen (zum Beispiel von Trachealbronchialsekret), bakteriologische Untersuchungen mit Antibiogramm sowie PCR-Schnelltests auf typische Infektionen wie Equines Herpesvirus, Druse und Influenza.
  • Videoendoskopie und Bronchoskopie:  Im Rahmen unserer Leistungen führen wir endoskopische Untersuchungen der oberen und unteren Atemwege durch. Gleichzeitig werden Proben entnommen und im Labor untersucht.
  • Digitales Röntgen: Mithilfe moderner digitaler Röntgentechnik ist es möglich, Lunge und Atemwege darzustellen. Mehrere kabellose Systeme ermöglichen eine hochauflösende Bildgebung sowohl im Stall als auch in der Klinik.
  • Inhalationstherapie: Die Inhalationstherapie unterstützt die Schleimlösung und erleichtert die Atmung. Sie eignet sich sowohl für akute Infekte als auch für chronische Atemwegserkrankungen beim Pferd. In der Pferdeklinik am Sorpesee  besteht die Möglichkeit, Inhalationsgeräte auszuleihen, um die Behandlung im heimischen Stall fortzuführen.

Unsere Fahrpraxis mit fünf vollständig ausgestatteten Praxisfahrzeugen ermöglicht auch vor Ort eine umfassende Diagnostik bei Husten. Dazu zählen unter anderem digitales Röntgen, Video-Bronchoskopie und die Entnahme von Laborproben.

Unsere Pferdeklinik am Sorpesee ist an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr erreichbar. Das großzügige Klinikareal verfügt über modernste Medizintechnik und mehrere Behandlungsräume inklusive Untersuchungsstand.

Was sind vorbeugende Maßnahmen zur Prävention von Husten beim Pferd?

Zur Prävention von Atemwegserkrankungen ist eine Kombination aus guter Haltung und Fütterung sowie gezielter Unterstützung des Immunsystems entscheidend.

  • Impfungen: Jährliche Impfungen gegen Herpes- und Influenzaviren reduzieren das Risiko von Virusinfektionen.
  • Hochwertige Raufutterqualität: Bei der Fütterung hochwertiges, staubfreies Heu oder alternativ Heucobs verwenden. Schimmeliges oder verunreinigtes Heu ist konsequent zu vermeiden.
  • Heuaufbereitung: Trockenes, staubiges Heu vor der Fütterung wässern oder bedampfen, um Keime und Pilzsporen abzutöten.
  • Stallklima: Den Stall täglich lüften, um Feuchtigkeit, Staub und Ammoniak zu reduzieren. 
  • Haltungsform: Offenstallhaltung oder Außenboxen sind geschlossenen Ställen vorzuziehen, da sie frische Luft und eine geringere Staubbelastung bieten.

Immunsystem stärken:  Eine ausgewogene Fütterung mit Mineralstoffen und Vitaminen sowie regelmäßige Bewegung fördern die Abwehrkräfte und beugen Atemwegserkrankungen vor.

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Wir möchten Sie bitten, sich beim Besuch stationärer Patienten vor Betreten des Stalles an der Rezeption anzumelden. Ist diese nicht besetzt, melden Sie sich bitte telefonisch an unter der Rufnummer:
02933 / 902 19 23

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