Blutvergiftung beim Pferd, Pferd liegt schlapp am Boden

Blutvergiftung beim Pferd: Symptome erkennen & Behandlungen

Letztes Update am
27. April 2026

Die Blutvergiftung beim Pferd ist eine lebensbedrohliche systemische Infektion. Häufige Ursachen einer Sepsis beim Pferd sind bakterielle Infektionen, die durch Verletzungen oder Entzündungen entstehen. Bei Pferden zeigen sich Symptome einer Blutvergiftung in Form von Fieber, Mattigkeit und erhöhtem Puls. 

Inhaltsverzeichnis

Die Blutvergiftung beim Pferd ist eine lebensbedrohliche systemische Infektion. Häufige Ursachen einer Sepsis beim Pferd sind bakterielle Infektionen, die durch Verletzungen oder Entzündungen entstehen. Bei Pferden zeigen sich Symptome einer Blutvergiftung in Form von Fieber, Mattigkeit und erhöhtem Puls. 

Bei ersten Symptomen einer Blutvergiftung beim Pferd erfolgt sofort Kontakt zu einem Tierarzt. Eine Sepsis beim Pferd ist ein akuter Notfall, da sich der Zustand in kurzer Zeit zum septischen Schock entwickeln kann. Vor allem bei Fohlen verschlechtert sich der Zustand innerhalb weniger Stunden. Ein Neugeborenes mit Verdacht auf Sepsis gehört sofort in eine Klinik mit intensivmedizinischer Betreuung. Eine unbehandelte Blutvergiftung führt auch bei erwachsenen Pferden in kurzer Zeit zu Kreislaufversagen und Tod. Sofortmaßnahmen zur Vermeidung einer Verschlechterung der Blutvergiftung bestehen in einer schnellen tierärztlichen Abklärung und der zügigen Einleitung einer Therapie beim Pferd. 

In der Pferdeklinik am Sorpesee behandeln wir Blutvergiftungen beim Pferd als internistischen Notfall. Unsere Klinik ist bei Notfällen wie Sepsis rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr erreichbar. Unser hauseigenes Labor ermöglicht eine Sofortdiagnostik für einen schnellen Therapiestart. Kritische Patienten werden in unseren kameraüberwachten Boxen rund um die Uhr intensivmedizinisch überwacht und versorgt.

Hier sind unsere Kontaktdetails.

  • Adresse: Tierärztliche Klinik für Pferde am Sorpesee
  • Frankfurter Straße 34, 59846 Sundern-Stemel
  • Telefon: 02933/902190
  • Telefax: 02933/9021929
  • E-mail: web@pferdeklinik-sorpesee.de
  • Webseite: https://pferdeklinik-sorpesee.de/

Dies sind die Sprechzeiten unserer Rezeption.

  • Montag bis Freitag 8:00–18:00 
  • Samstag 9:00–12:00 
  • Die Öffnungszeiten der Rezeption sind nicht mit den Besuchszeiten gleichzusetzen.

Dies sind unsere Besuchszeiten.

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  • Samstag 10:00–12:00 17:00–18:00
  • Sonn- und Feiertags 9:00-–10:00 17:00–18:00

Was ist eine Blutvergiftung beim Pferd?

Eine Blutvergiftung beim Pferd, auch Sepsis genannt, ist eine lebensbedrohliche Erkrankung, die den gesamten Körper betrifft. Eine Blutvergiftung entsteht, wenn sich eine Infektion im Körper des Pferdes ausbreitet und dessen Abwehrreaktion außer Kontrolle gerät. 

Bei einer Sepsis gelangen Krankheitserreger wie Bakterien, Viren oder Pilze in den Körper des Pferdes und verursachen eine Infektion. Normalerweise bleibt die Abwehrreaktion lokal begrenzt. Ist die Belastung durch Krankheitserreger jedoch zu stark oder das Immunsystem geschwächt, breitet sich die Entzündungsreaktion auf den gesamten Körper des Pferdes aus. Bei der überschießenden Immunreaktion werden große Mengen entzündungsfördernder Botenstoffe freigesetzt, die körpereigene Gewebe und Organe des Pferdes schädigen. Die generalisierte Entzündungsreaktion wird als Systemic Inflammatory Response Syndrome (SIRS) bezeichnet.

Im Verlauf einer Blutvergiftung beim Pferd erweitern sich die Blutgefäße, wodurch sich die Durchblutung im Organismus verschiebt. Während die Haut stärker durchblutet wird, erhalten lebenswichtige Organe wie Herz und Nieren weniger Sauerstoff und werden geschädigt. Die Gefäßwände des Pferdes werden durchlässiger, Flüssigkeit tritt aus den Blutgefäßen ins Gewebe aus und das effektive Blutvolumen sinkt. Bei einer schweren Sepsis wird das Gerinnungssystem im Blut stark aktiviert. Im ganzen Körper bilden sich viele kleine Blutgerinnsel in den Gefäßen. In schweren Fällen entwickelt sich beim Pferd ein septischer Schock mit lebensbedrohlichem Kreislaufversagen.

Eine Blutvergiftung betrifft besonders häufig Fohlen, da ihr Immunsystem noch nicht vollständig ausgereift ist. Eine zunächst lokale Infektion, beispielsweise im Bereich des Nabels, breitet sich beim Fohlen schnell im gesamten Körper aus. Bei Fohlen mit Sepsis ist häufig eine verminderte Milchaufnahme zu beobachten. Die Fohlen werden rasch schwach und entwickeln aufgrund des Energiemangels eine Unterzuckerung oder Dehydrierung.

Eine Sepsis beim Pferd stellt immer einen medizinischen Notfall dar. Je früher die Erkrankung erkannt und behandelt wird, desto größer sind die Überlebenschancen des betroffenen Pferdes.

Was sind die Symptome einer Blutvergiftung beim Pferd?

Die Symptome einer Blutvergiftung beim Pferd sind Fieber, erhöhter Puls und beschleunigte Atmung, Mattigkeit, Appetitlosigkeit sowie auffällige Schleimhäute. Auch Schmerzen, Durchfall, Dehydrierung oder lokale Entzündungsherde deuten auf eine Sepsis beim Pferd hin.

Die folgende Übersicht zeigt häufige Anzeichen einer Blutvergiftung beim Pferd.

  • Fieber: Fieber gehört zu den häufigsten Symptomen einer Sepsis beim Pferd. Die Körpertemperatur steigt dabei meist über den Normalbereich von etwa 37,5 bis 38,2 °C und liegt bei einer Blutvergiftung beim Pferd häufig über 38,5 °C. In schweren Fällen tritt auch eine Untertemperatur auf. 
  • Beschleunigter Puls: Eine erhöhte Herzfrequenz gehört zu den typischen Symptomen einer Blutvergiftung beim Pferd. Bei erwachsenen Pferden liegt die normale Herzfrequenz in Ruhe bei etwa 28 bis 40 Schlägen pro Minute. Bei einer Blutvergiftung steigt der Puls deutlich an und ist gleichzeitig schlecht tastbar.
  • Beschleunigte Atmung: Eine erhöhte Atemfrequenz ist ein häufiges Anzeichen einer Blutvergiftung beim Pferd. Während erwachsene Pferde in Ruhe etwa 8 bis 12 Atemzüge pro Minute zeigen, steigt die Atemfrequenz bei einer Sepsis beim Pferd deutlich über 16 Atemzüge pro Minute an. Zudem tritt bei Blutvergiftungen Atemnot auf.
  • Verschlechterter Allgemeinzustand: Eine deutliche Abnahme des Allgemeinzustandes beim Pferd gehört zu den weiteren Symptomen einer Sepsis. Betroffene Tiere wirken matt, teilnahmslos und zeigen eine ausgeprägte Lethargie.
  • Appetitlosigkeit: Appetitlosigkeit bei Pferden ist ein Anzeichen einer Blutvergiftung. Erkrankte Tiere verweigern Futter oder zeigen deutlich vermindertes Interesse an der Nahrungsaufnahme.
  • Veränderungen der Schleimhäute: Schleimhautveränderungen sind ein typisches Anzeichen einer Sepsis beim Pferd. Die Schleimhäute erscheinen blass, gerötet oder gelblich verfärbt. Auch eine verlängerte kapilläre Rückfüllzeit tritt auf.
  • Schmerzen und Unruhe: Eine Blutvergiftung beim Pferd zeigt sich häufig durch Unruhe oder Schmerzreaktionen. Manche Tiere zeigen kolikartige Symptome, legen sich häufig hin oder reagieren empfindlich auf Berührungen.
  • Dehydrierung: Bei Pferden sind Flüssigkeitsverlust und Kreislaufprobleme Symptome einer Sepsis. Betroffene Pferde wirken geschwächt, zeigen trockene Schleimhäute und eine verminderte Hautelastizität
  • Durchfall: Durchfall tritt bei einigen Pferden als Symptom einer Blutvergiftung auf. Besonders bei Infektionen des Magen-Darm-Traktes gilt Durchfall als Anzeichen einer systemischen Erkrankung.
  • Lokale Entzündungsherde: Schwellungen oder Entzündungen an Infektionsstellen, wie beispielsweise infizierte Wunden, Abszesse oder entzündete Gelenke, gehören zu den Symptomen einer Sepsis.

Die Symptome einer Blutvergiftung bei Fohlen unterscheiden sich von denen erwachsener Pferde.

Was sind die Symptome einer Blutvergiftung beim Fohlen?

Die Symptome einer Blutvergiftung beim Fohlen sind Schwäche, verzögertes Aufstehen nach der Geburt, schwacher oder fehlender Saugreflex und reduzierte Milchaufnahme. Gelenkentzündungen, Nabelentzündung, Durchfall, neurologische Auffälligkeiten, Zähneknirschen und Koliksymptome sind weitere Hinweise auf eine Sepsis.

Die folgende Liste zeigt typische Symptome einer Blutvergiftung beim Fohlen.

  • Schwäche: Ein frühes Anzeichen einer Sepsis beim Fohlen ist eine ausgeprägte Schwäche. Betroffene Fohlen stehen nach der Geburt ungewöhnlich spät auf und bleiben häufig länger als zwei Stunden liegen.
  • Fehlender Saugreflex: Ein reduzierter oder fehlender Saugreflex gehört zu den Symptomen einer Blutvergiftung beim Fohlen. Erkrankte Fohlen trinken wenig oder gar nicht bei der Stute.
  • Gelenkentzündungen: Septische Gelenkentzündungen betreffen die Knie- oder Sprunggelenke. Sie zählen zu den wichtigsten Anzeichen einer Blutvergiftung bei Fohlen.
  • Nabelentzündung: Eine Entzündung des Nabels stellt eine häufige Ursache und gleichzeitig ein Symptom einer Sepsis beim Fohlen dar. Über den Nabel gelangen Bakterien in den Körper und führen zu einer systemischen Infektion.
  • Durchfall: Durchfall gehört zu den häufig beobachteten Symptomen einer Blutvergiftung beim Fohlen. Die Verdauungsstörung entsteht durch bakterielle Infektionen oder eine systemische Entzündungsreaktion.
  • Neurologische Auffälligkeiten: Bei schweren Verläufen einer Sepsis beim Fohlen treten neurologische Ausfälle sowie Koordinationsstörungen und Schwäche auf. In fortgeschrittenen Fällen kommt es zu Bewusstseinstrübungen oder Koma.

Bei einer Blutvergiftung beim Pferd ist schnelles Handeln wichtig.

Was kann man gegen eine Blutvergiftung beim Pferd tun?

Gegen eine Blutvergiftung beim Pferd kann man bei den ersten Anzeichen sofort einen Tierarzt kontaktieren. Eine Sepsis ist ein medizinischer Notfall. Je schneller ein Pferd untersucht und behandelt wird, desto größer sind die Überlebenschancen. Häufig erfolgt bei Pferden mit Sepsis eine Überweisung in eine Tierklinik.

Eine rasche Therapie ist entscheidend für den Verlauf einer Blutvergiftung beim Pferd. Eine 2024 im Journal of Veterinary Internal Medicine veröffentlichte Studie der Tierklinik der Universität Gent untersuchte 222 Fohlen bis zu einem Alter von sieben Tagen. 95 % befanden sich in einem kritischen Zustand. Die Sepsis stellte mit 43,9 % die häufigste Diagnose dar. Die Gesamtsterblichkeit lag bei 33,3 %. Fohlen mit Sepsis hatten ein 1,9-fach erhöhtes Sterberisiko.

Wie läuft die Behandlung von Blutvergiftungen bei Pferden ab?

Die Behandlung einer Blutvergiftung beim Pferd beginnt mit einer klinischen Untersuchung, Bluttests und Bildgebung. Bei einer Sepsis beim Pferd ist eine stationäre Therapie mit Kreislaufstabilisierung, der Gabe von Antibiotika und der Behandlung des Infektionsherdes erforderlich. 

Die folgende Aufzählung zeigt den typischen Verlauf der Behandlung von Blutvergiftungen bei Pferden.

1. Diagnostik

Die Diagnostik einer Blutvergiftung beim Pferd beginnt mit einer Anamnese zu Symptomen, Haltungsbedingungen und Krankheitsgeschichte. Teil der Diagnostik ist eine klinische Untersuchung mit Kontrolle der Vitalparameter wie Temperatur, Schleimhautbeschaffenheit, Herz- und Atemfrequenz.

Eine Blutuntersuchung weist Entzündungsmarker, Organparameter und Elektrolytwerte und Veränderungen des Säure-Basen Haushalts bei einer Sepsis nach. Blutkulturen dienen dem Nachweis von Krankheitserregern. Bei Fohlen erfolgt die Bestimmung der Antikörperkonzentration im Blut.

Bildgebende Verfahren unterstützen die Ursachensuche bei einer Blutvergiftung beim Pferd. Ein Ultraschall zeigt Entzündungen in der Bauchhöhle oder Veränderungen im Nabelbereich. Röntgenaufnahmen der Lunge erkennen eine mögliche Lungenentzündung. 

2. Stationäre Behandlung 

Die Behandlung der Blutvergiftung beim Pferd erfolgt häufig stationär in einer Tierklinik. Eine Blutvergiftung beim Pferd erfordert intensivmedizinische Betreuung und kontinuierliche Überwachung der Vitalparameter.

3. Kreislaufstabilisierung

Die Stabilisierung des Kreislaufs bei Blutvergiftung beim Pferd erfolgt über einen Venenkatheter mit intravenöser Flüssigkeitstherapie. Elektrolyte, Glucose, kreislaufstabilisierende Medikamente und Schmerzmittel stabilisieren den Kreislauf und Stoffwechsel. 

Bei Atemnot aufgrund einer Sepsis erfolgt beim Pferd eine Sauerstoffversorgung über eine Maske oder eine Nasensonde. 

4. Antibiotikatherapie 

Die Therapie der Blutvergiftung beim Pferd umfasst eine früh beginnende Antibiotikabehandlung. Breitspektrum-Antibiotika bekämpfen bakterielle Erreger und kontrollieren die Infektion im Körper.

Parallel zur Behandlung einer Sepsis beim Pferd werden häufig bakteriologische Untersuchungen und Blutkulturen durchgeführt, um den verursachenden Erreger zu identifizieren. Auf Basis der Ergebnisse erfolgt eine gezielte Anpassung der Antibiotikatherapie beim Pferd. 

Die Antibiotikabehandlung bei Blutvergiftung beim Pferd erfolgt in der Regel intravenös, um schnell wirksame Wirkstoffkonzentrationen im Blut zu erreichen..

5. Chirurgische Behandlung 

Bei einer Blutvergiftung beim Pferd werden bei Bedarf chirurgische Maßnahmen zur Beseitigung des Infektionsherdes ergriffen. Eitrige Wunden oder Abszesse werden eröffnet und gespült, um infektiöses Material abfließen zu lassen. Bei dem chirurgischen Eingriff wird die Infektionsquelle der Blutvergiftung entfernt.

6. Intensivtherapie beim Fohlen

Die Behandlung der Sepsis beim Fohlen erfordert intensivmedizinische Betreuung. Intravenöse Flüssigkeiten und Medikamente werden über einen Venenkatheter verabreicht. Plasmatransfusionen führen lebenswichtige Antikörper zu. Aufgrund geringer Energie und Flüssigkeitsreserven benötigen Fohlen eine engmaschige Überwachung.

7. Nachsorge

Die Nachsorge nach einer Blutvergiftung beim Pferd umfasst regelmäßige Kontrolluntersuchungen. Die Prognose einer Sepsis beim Pferd hängt stark vom Zeitpunkt der Diagnose und vom Beginn der Behandlung ab. 

Eine früh eingeleitete Therapie verbessert die Überlebenschancen bei einer Blutvergiftung beim Pferd deutlich. Eine späte Diagnose erhöht das Risiko schwerer Organschäden oder kann zum Tod des Pferdes führen.

Behandlung von Blutvergiftungen in der Pferdeklinik am Sorpesee

Die Behandlung von Blutvergiftungen beim Pferd in der Pferdeklinik am Sorpesee gehört zum zentralen Kompetenzbereich unserer Inneren Medizin und Intensivmedizin. Eine Blutvergiftung ist ein potenziell lebensbedrohlicher Notfall, bei dem wir eine schnelle Diagnostik durchführen und das Pferd intensivmedizinisch behandeln.

Wir gewährleisten in der Pferdeklinik am Sorpesee eine lückenlose Notfallversorgung an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr. Bei Verdacht auf eine Blutvergiftung beim Pferd stehen unsere Tierärzte jederzeit bereit. Für akute Notfälle am Stall verfügen wir über sieben vollständig ausgestattete Praxisfahrzeuge. Unsere Fahrpraxis ermöglicht eine schnelle Erstversorgung direkt vor Ort. 

Die Behandlung einer Sepsis beim Pferd erfolgt in unserer intensivmedizinischen Abteilung. Wir sind auf schwere Notfälle vorbereitet, darunter Koliken, schwere Verletzungen und internistische Erkrankungen wie eine Blutvergiftung. Intensivpatienten werden in hellen, großzügigen Klinikboxen untergebracht. Eine Kameraüberwachung ermöglicht eine kontinuierliche Beobachtung des Pferdes.

Unsere schnelle und präzise Diagnostik ist entscheidend für die erfolgreiche Behandlung einer Blutvergiftung beim Pferd. In unserem hauseigenen Labor führen wir eine Sofortdiagnostik durch, sodass uns wichtige Laborwerte innerhalb kurzer Zeit vorliegen. Unsere Blutuntersuchungen umfassen Hämatologie, klinische Chemie zur Kontrolle der Organfunktionen, Elektrolytbestimmung und Gerinnungsparameter. Entzündungsmarker wie Fibrinogen liefern Hinweise auf systemische Infektionen.

Zur gezielten Behandlung der Sepsis beim Pferd führen wir bakteriologische Untersuchungen durch und erstellen Antibiogramme zur Auswahl geeigneter Antibiotika. Die Therapie einer Blutvergiftung beim Pferd umfasst in unserer Pferdeklinik am Sorpesee die intensivmedizinische Stabilisierung und die Behandlung der zugrunde liegenden Infektionsquelle. Die Überwachung auf unserer Intensivstation ermöglicht eine schnelle Anpassung der Therapie an den Zustand des Pferdes.

Was sind die Ursachen für eine Blutvergiftung bei Pferden?

Die Ursachen für eine Blutvergiftung bei Pferden sind meist bakterielle Infektionen. Häufige Auslöser sind infizierte Wunden, schwere Magen-Darm-Erkrankungen, Gebärmutterinfektionen, Abszesse oder Komplikationen nach Operationen.

Die folgende Liste zeigt die wichtigsten Auslöser einer Blutvergiftung bei Pferden.

  • Bakterielle Infektionen im Körper: Bakterielle Infektionen zählen zu den wichtigsten Ursachen einer Sepsis beim Pferd. Häufig beteiligte Erreger sind Escherichia coli, Streptokokken oder Salmonellen. Die Bakterien lösen im Organismus eine ausgeprägte Entzündungsreaktion aus, die sich über den Blutkreislauf des Pferdes im gesamten Körper ausbreitet.
  • Infizierte Wunden: Über Hautverletzungen, Bisswunden oder tiefe Gewebeschäden dringen Keime in den Körper des Pferdes ein und verursachen von dort aus eine Infektion im gesamten Blutkreislauf.
  • Schwere Verdauungserkrankungen: Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes gehören zu den typischen Ursachen einer Sepsis beim Pferd. Darmverschlüsse, entzündliche Darmerkrankungen, Magengeschwüre oder eine Bauchfellentzündung ermöglichen das Übertreten von Bakterien und Toxinen in die Blutbahn.
  • Gebärmutterinfektionen: Gebärmutterinfektionen, wie beispielsweise eine Gebärmuttervereiterung oder eine zurückgehaltene Nachgeburt, bilden einen bakteriellen Infektionsherd, von dem sich Keime im Körper der Stute ausbreiten.
  • Abszesse beim Pferd: Abszesse beim Pferd sind abgekapselte, eitrige Entzündungen. Wenn Bakterien aus dem Entzündungsherd in die Blutbahn gelangen, breitet sich die Infektion im Körper aus.
  • Komplikationen nach chirurgischen Eingriffen: Eine weitere Ursache für eine Blutvergiftung beim Pferd sind Infektionen im Anschluss an Operationen. Dabei gelangen Krankheitserreger über Operationswunden, Katheter oder Infusionen in den Körper und lösen eine weitreichende Infektion aus.
  • Fremdkörperverletzungen wie Nageltritt: Verletzungen durch eindringende Fremdkörper, etwa bei einem Nageltritt, stellen eine typische Eintrittspforte für Bakterien dar. 
  • Zahnentzündungen: Bakterien aus infizierten Zahnwurzeln oder anderen dentalen Erkrankungen gelangen über die Blutbahn in den Organismus und lösen eine systemische Entzündungsreaktion beim Pferd aus.
  • Infektionen bei Fohlen über Nabel oder Gebärmutter: Bei neugeborenen Fohlen entstehen Infektionen häufig über den Nabel oder bereits während der Trächtigkeit durch eine infizierte Gebärmutter. 
  • Nichtinfektiöse Auslöser: Schwere Verletzungen, Verbrennungen, Hitzschlag oder bestimmte Tumorerkrankungen lösen beim Pferd eine starke systemische Immunreaktion aus. Auch ohne primäre bakterielle Infektion führt die massive Belastung des Organismus zu einer Sepsis beim Pferd.

Verschiedene Vorsorgemaßnahmen tragen zur Prävention von Blutvergiftungen beim Pferd bei.

Was kann man zur Prävention von Blutvergiftungen bei Pferden tun?

Zur Prävention einer Blutvergiftung beim Pferd kann man regelmäßige Tierarztkontrollen durchführen, Impfungen sowie Stallhygiene einhalten und Verletzungsquellen vermeiden. Auch sofortige Wundversorgung, ausgewogene Fütterung, Stressreduktion und beim Fohlen ausreichende Kolostrumaufnahme senken das Sepsis Risiko.

Die folgende Liste zeigt Maßnahmen zur Prävention von Blutvergiftungen bei Pferden auf.

  • Regelmäßige tierärztliche Kontrollen: Durch regelmäßige tierärztliche Untersuchungen lassen sich Infektionen, Entzündungen oder Wundheilungsstörungen bei Pferden rechtzeitig erkennen und behandeln, sodass sich keine Blutvergiftung entwickelt.
  • Impfungen: Zur Prävention gegen Infektionskrankheiten beim Pferd gehört die Durchführung der von der Ständigen Impfkommission Veterinärmedizin empfohlenen Impfungen. Besonders relevant sind die Impfungen gegen Tetanus und Influenza, ergänzend auch gegen Equines Herpesvirus. Ein stabiler Impfschutz reduziert schwere Infektionen und wirkt vorbeugend gegen Komplikationen, die eine Sepsis beim Pferd begünstigen.
  • Konsequente Stallhygiene: Eine saubere Stallumgebung, die durch regelmäßiges Ausmisten, trockene Einstreu und hygienische Futterplätze gewährleistet wird, reduziert die Keimbelastung im Stall.
  • Vermeidung von Verletzungsquellen: Die Beseitigung von scharfen Kanten, beschädigten Zäunen oder anderen Gefahrenstellen im Stall und auf der Weide dient der vorbeugenden Vorsorge gegen Verletzungen. Weniger Verletzungen bedeuten weniger Eintrittspforten für Bakterien, die eine Sepsis beim Pferd verursachen.
  • Sofortige Wundversorgung: Auch kleine Verletzungen werden unmittelbar gereinigt und desinfiziert. Eine schnelle Wundversorgung verhindert das Eindringen von Keimen in den Körper.
  • Starkes Immunsystem: Eine ausgewogene und bedarfsgerechte Fütterung unterstützt die Immunabwehr des Pferdes und verbessert die körpereigene Abwehr gegen Krankheitserreger.
  • Stressreduktion: Eine stressarme Haltung, ausreichend Bewegung und eine angepasste Trainingsbelastung wirken präventiv und unterstützen die Vorsorge gegen Sepsis, da chronischer Stress das Immunsystem von Pferden schwächt und die Anfälligkeit für Infektionen erhöht. 
  • Kolostrumaufnahme beim Fohlen: Für die Prävention einer Sepsis beim Fohlen ist die Aufnahme von Biestmilch von großer Bedeutung. Da Antikörper nicht über die Plazenta übertragen werden, erhält das Fohlen seinen Immunschutz ausschließlich über das Kolostrum der Stute. Etwa 24 Stunden nach der Geburt wird mittels einer Blutuntersuchung überprüft, ob das Fohlen ausreichend Antikörper aus dem Kolostrum aufgenommen hat.
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