Nesselfieber beim Pferd

Nesselfieber beim Pferd: Ursachen, Symptome, Behandlung & Kosten

Letztes Update am
15. September 2026

Nesselfieber beim Pferd (auch Nesselsucht oder Urtikaria genannt) ist eine meist plötzlich auftretende allergische Hautreaktion. Charakteristisch sind quaddelartige Schwellungen der Haut, die am gesamten Körper auftreten. Ausgelöst wird Nesselfieber durch Allergene, mit denen das Pferd in Kontakt kommt.

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Inhaltsverzeichnis

Nesselfieber beim Pferd (auch Nesselsucht oder Urtikaria genannt) ist eine meist plötzlich auftretende allergische Hautreaktion. Charakteristisch sind quaddelartige Schwellungen der Haut, die am gesamten Körper auftreten. Ausgelöst wird Nesselfieber durch Allergene, mit denen das Pferd in Kontakt kommt.

Quaddeln, Schwellungen und Juckreiz sind typische Anzeichen von Nesselfieber beim Pferd. Die richtige Einschätzung der Beschwerden hilft dabei, rechtzeitig auf schwerere Verläufe zu reagieren. Schwellungen im Kopf- und Halsbereich, Atembeschwerden oder Kreislaufprobleme stellen jedoch einen Notfall dar.

Die Pferdeklinik am Sorpesee verfügt über langjährige Erfahrung in der Diagnostik und Behandlung von Nesselfieber und Nesselsucht beim Pferd. Mit unserer modernen Fahrpraxis, der hauseigenen Sofortdiagnostik, der stationären Intensivversorgung und unserer 24/7 Notfallbereitschaft schaffen wir die Voraussetzungen für eine schnelle Diagnosestellung und einen frühzeitigen Therapiebeginn bei Pferden mit Nesselfieber.

Hier sind unsere Kontaktdetails.

  • Adresse: Tierärztliche Klinik für Pferde am Sorpesee
  • Frankfurter Straße 34, 59846 Sundern-Stemel
  • Telefon: 02933/902190
  • Telefax: 02933/9021929
  • E-mail: web@pferdeklinik-sorpesee.de
  • Webseite: https://pferdeklinik-sorpesee.de/

Dies sind die Sprechzeiten unserer Rezeption.

  • Montag bis Freitag 8:00-18:00 
  • Samstag 9:00-12:00 
  • Die Öffnungszeiten der Rezeption sind nicht mit den Besuchszeiten gleichzusetzen.

Dies sind unsere Besuchszeiten.

  • Montag bis Freitag 10:00-18:00 
  • Samstag 10:00-12:00 17:00-18:00
  • Sonn- und Feiertags 9:00-10:00 17:00-18:00

Was ist Nesselfieber?

Nesselfieber ist eine der häufigsten Hauterkrankungen beim Pferd. Bei Nesselfieber handelt es sich um eine akute allergische Hautreaktion, bei der das Immunsystem des Pferdes übermäßig auf bestimmte Reize reagiert. 

Nesselfieber führt beim Pferd zur raschen Bildung von Quaddeln, die am gesamten Körper oder nur in bestimmten Körperregionen auftreten. Betroffen sind häufig Hals, Schultern, Brustbereich und Rumpf des Pferdes. Die Ausprägung der Nesselsucht variiert hinsichtlich Größe, Anzahl und Verteilung der Quaddeln.

Die Quaddeln der Nesselsucht entstehen beim Pferd durch eine vermehrte Freisetzung des Gewebshormons Histamin, das vom Körper selbst produziert wird. Histamin erhöht beim Pferd die Durchlässigkeit der Blutgefäße, wodurch Flüssigkeit aus den Gefäßen in das umliegende Gewebe austritt. Die erhabenen Hautschwellungen entstehen durch Flüssigkeitsansammlungen. Die Quaddeln sind mit Gewebsflüssigkeit gefüllt und erinnern optisch an Hautveränderungen nach dem Kontakt mit Brennnesseln, woraus sich die Bezeichnung Nesselsucht ableitet.

Nesselfieber beim Pferd ist nicht ansteckend, da die Erkrankung auf einer überschießenden Reaktion des Immunsystems auf verschiedene Auslöser beruht.

Was sind die Ursachen für Nesselfieber beim Pferd?

Die Ursachen für Nesselsucht beim Pferd sind eine überschießende Reaktion des Immunsystems auf Allergene, Krankheitserreger oder deren Stoffwechselprodukte. Ausgelöst wird die Nesselsucht durch Futter, Insektenstiche, Umweltallergene, Medikamente und Kontaktstoffe, mit denen das Pferd in Kontakt kommt.

Nesselfieber beim Pferd entsteht nicht immer durch einen einzelnen Auslöser. In vielen Fällen wirken mehrere Faktoren gleichzeitig auf das Pferd ein. In der folgenden Liste sind die wichtigsten Ursachen für die Entstehung von Nesselfieber beim Pferd beschrieben.

  • Futtermittelunverträglichkeiten und Futterumstellungen: Zu den häufigsten Ursachen für Nesselfieber beim Pferd zählen unverträgliche Futtermittel, plötzliche Futterwechsel und ein zu hoher Eiweißgehalt in der Ration. Das Immunsystem des Pferdes reagiert auf bestimmte Futterbestandteile mit einer allergischen Reaktion. Besonders häufig tritt Nesselfieber nach dem Wechsel auf frisches Weidegras zu Beginn der Weidesaison oder nach der Fütterung neuer Heu- und Getreidechargen auf. Zu den kritischen Futtermittelbestandteilen, die bei Nesselsucht beim Pferd eine Rolle spielen, zählen unter anderem Soja, Weizen, Luzerne-Klee-Heu, grüner Roggen, junges eiweißreiches Grünfutter sowie Konservierungs-, Aroma- und Süßstoffe. 
  • Insektenstiche: Eine weitere Ursache für Nesselfieber beim Pferd sind Insektenstiche von Mücken, wie der Kriebelmücke, Bremsen, Flöhen und Bienen. Die beim Insektenstich übertragenen Speichel- oder Giftstoffe lösen beim Pferd eine überschießende Immunreaktion aus. Die Freisetzung von Histamin führt zur Bildung der für Nesselfieber typischen Quaddeln.
  • Pollen: Das Risiko für pollenbedingtes Nesselfieber steigt bei Pferden während der Weidesaison und bei starkem Pollenflug. Nach dem Einatmen aktivieren Pollen von Gräsern, Kräutern und Bäumen bei empfindlichen Pferden eine überschießende Immunreaktion.
  • Stallstaub: Stallstaub enthält Pflanzenreste, Hautschuppen, Mikroorganismen und weitere organische Bestandteile, die das Immunsystem empfindlicher Pferde aktivieren und Nesselfieber begünstigen.
  • Schimmelsporen: Schimmelsporen aus Heu, Stroh oder der Stallumgebung gelten als weitere Ursache für Nesselfieber beim Pferd. Gelangen die Sporen über die Atemwege in den Körper, reagiert das Immunsystem des Pferdes mit einer allergischen Abwehrreaktion in Form von Nesselsucht. Eine feuchte Lagerung von Futtermitteln erhöht das Risiko einer Belastung mit Schimmelsporen.
  • Medikamente und Impfstoffe: Nesselfieber beim Pferd entsteht in einigen Fällen als Reaktion auf Arzneimittel oder Impfstoffe. Bestimmte Wirkstoffe oder Zusatzstoffe werden vom Immunsystem als Fremdstoffe erkannt. 
  • Kontaktallergien durch Pflege- und Stallprodukte: Pflegeprodukte, Waschmittelrückstände und bestimmte Materialien von Ausrüstungsgegenständen stehen bei empfindlichen Pferden mit Nesselsucht in Zusammenhang.
  • Hautreizende Pflanzen und Tiere: Brennnesseln, Disteln, Raupenhaare und verschiedene Giftpflanzen enthalten reizende oder allergieauslösende Substanzen, die nach Hautkontakt oder Aufnahme über das Futter eine überschießende Immunreaktion und Nesselfieber beim Pferd auslösen.
  • Stress: Psychischer Stress, Aufregung, Transport, Stallwechsel oder intensive körperliche Anstrengung kommen als innere Auslöser von Nesselfieber beim Pferd infrage. 
  • Darmerkrankungen: Eine gestörte Darmgesundheit führt bei Pferden zu einer erhöhten Belastung des Immunsystems. Entzündungsfördernde Stoffe und Stoffwechselprodukte gelangen verstärkt in den Körper und stehen mit der Entstehung von Nesselfieber beim Pferd in Zusammenhang.
  • Infektionskrankheiten: Druse, fieberhafte Infektionen und andere bakterielle oder virale Erkrankungen lösen beim Pferd eine Immunreaktion aus. Die freigesetzten Entzündungsbotenstoffe erhöhen die Durchlässigkeit der Blutgefäße, wodurch die für Nesselsucht typischen Quaddeln entstehen.
  • Schlangenbisse: Schlangenbisse zählen zu den seltenen Ursachen für Nesselfieber bei Pferden. Die Reaktion entsteht durch Bestandteile des Schlangengifts, welche eine starke Immunantwort und die Bildung von Quaddeln auslösen.

Kann ein Nesselfieber von alleine heilen?

Ja, Nesselfieber kann beim Pferd von alleine heilen. Die für die Nesselsucht typischen Quaddeln bilden sich beim Pferd häufig innerhalb von 24 bis 48 Stunden zurück und verschwinden ohne Behandlung. 

Die Dauer des Nesselfiebers hängt bei Pferden von der Ursache und der individuellen Reaktion ab. Während einige Fälle von Nesselfieber bereits nach wenigen Stunden abklingen, bleiben die Hautveränderungen bei anderen Pferden mehrere Tage bestehen.

Ein Tierarzt ist zu kontaktieren, wenn die Quaddeln nicht von selbst zurückgehen, wiederholt auftreten oder das Pferd unter Beschwerden wie starkem Juckreiz, Unruhe und Atemproblemen leidet. Schwellungen im Kopf- und Halsbereich sowie Anzeichen von Atemnot stellen bei Pferden einen akuten Notfall dar und erfordern sofortige tierärztliche Behandlung.

Das Erscheinungsbild von Nesselfieber beim Pferd variiert.

Was sind die Symptome von Nesselfieber bei Pferden?

Die Symptome von Nesselfieber beim Pferd sind plötzlich auftretende Quaddeln und Schwellungen der Haut, Juckreiz, Brennen, Hautrötungen und Unruhe. In schweren Fällen treten bei Pferden mit Nesselsucht Fieber, Abgeschlagenheit, Haarverlust, Verkrustungen und Schwellungen im Kopfbereich mit Atemproblemen auf.

  • Quaddeln und Hautschwellungen: Das häufigste Symptom von Nesselfieber beim Pferd sind plötzlich auftretende Quaddeln und Schwellungen der Haut. Die Hautveränderungen entstehen häufig innerhalb weniger Minuten bis Stunden. Die mit Gewebsflüssigkeit gefüllten Quaddeln sind klar abgegrenzt, unterschiedlich groß und verändern im Verlauf häufig ihre Form. Teilweise fließen mehrere Quaddeln zu größeren Schwellungsarealen zusammen. Bei einigen Pferden entstehen bei Nesselfieber streifenförmige Hautveränderungen, die als Streifenurtikaria bezeichnet werden. Die Quaddeln treten bei Pferden häufig an Hals, Schultern, Brust, Rumpf oder in der Sattellage auf. 
  • Juckreiz: Juckreiz zählt zu den typischen Beschwerden einer Nesselsucht beim Pferd. Betroffene Pferde scheuern sich an Zäunen, Wänden oder anderen Gegenständen und versuchen, die betroffenen Hautbereiche zu erreichen. Der Juckreiz tritt bei Pferden bereits während der Entstehung der Quaddeln auf und ist unterschiedlich stark ausgeprägt.
  • Brennen und Schmerzen: Neben Juckreiz gehört ein Brennen der Haut zu den möglichen Symptomen von Nesselfieber beim Pferd. Die betroffenen Hautbereiche reagieren empfindlich auf Berührung und verursachen dem Pferd bei ausgeprägten Verläufen Schmerzen.
  • Hautrötungen: Gerötete und warm erscheinende Hautpartien sind weitere Anzeichen von Nesselsucht beim Pferd. Die Entzündungsreaktion in der Haut führt zu einer verstärkten Durchblutung der betroffenen Bereiche.
  • Unruhe: Bereits vor dem sichtbaren Hautausschlag zeigen viele Pferde Unruhe. Juckreiz, Brennen und das damit einhergehende Unwohlsein führen häufig zu verändertem Verhalten, Nervosität oder vermehrtem Scheuern.
  • Austritt von Sekret: Bleiben die Quaddeln über mehrere Tage bestehen, tritt bei einigen Pferden bernsteinfarbene Gewebsflüssigkeit aus den Hautveränderungen aus.
  • Verkrustungen der Haut: Verkrustungen zählen zu den Krankheitszeichen eines länger bestehenden Nesselfiebers beim Pferd. Nach dem Austritt von Gewebsflüssigkeit trocknen die Sekrete auf der Hautoberfläche ein und bilden Krusten. 
  • Hautentzündungen: Durch Kratzen, Scheuern oder aufplatzende Hautveränderungen entstehen bei Pferden mit Nesselsucht teilweise offene Hautbereiche. Bakterien gelangen leichter in die Haut und fördern die Entwicklung von Entzündungen und Infektionen.
  • Haarverlust (Alopezie): Länger bestehende Quaddeln, Verkrustungen und Hautentzündungen der Nesselsucht schädigen die Haut und die Haarwurzeln. Betroffene Pferde entwickeln kahle Hautstellen, die je nach Schweregrad der Hautveränderungen erst nach längerer Zeit wieder vollständig behaart sind.
  • Fieber: Fieber gehört zu den seltenen Symptomen von Nesselfieber und tritt vor allem bei Pferden mit ausgeprägten Verläufen oder begleitenden Entzündungen auf.
  • Abgeschlagenheit und Schwäche: Einige Pferde zeigen im Zusammenhang mit einer ausgeprägten Nesselsucht eine verminderte Leistungsbereitschaft, Mattigkeit oder allgemeine Schwäche. 
  • Schwellungen an Augenlidern und Nüstern: Ein seltenes, aber schwerwiegendes Symptom der Nesselsucht beim Pferd sind Schwellungen im Kopfbereich. Betroffen sind insbesondere Augenlider und Nüstern.
  • Atemprobleme: Atembeschwerden zählen zu den schwerwiegendsten Symptomen von Nesselfieber beim Pferd. Schwellungen im Bereich der Nüstern, Schleimhäute oder Atemwege beeinträchtigen die Atmung und erfordern eine sofortige tierärztliche Untersuchung.

Was tun bei Nesselfieber beim Pferd?

Bei Nesselfieber beim Pferd sind die Symptome genau zu beobachten und mögliche Auslöser zu ermitteln. Breiten sich die Quaddeln aus, bleiben die Hautveränderungen bestehen oder treten Schwellungen, Atemprobleme oder Kreislaufstörungen auf, ist eine sofortige tierärztliche Untersuchung des Pferdes erforderlich.

Eine regelmäßige Kontrolle der Hautveränderungen und des Allgemeinbefindens ist wichtig, da sich der Verlauf von Nesselfieber beim Pferd schnell verändern kann. Bei wenigen Quaddeln ohne Beeinträchtigung des Allgemeinbefindens liegt häufig ein milder Verlauf der Nesselsucht vor. Eine ruhige und schattige Umgebung reduziert zusätzliche Belastungen für das Pferd und erleichtert die Beobachtung des weiteren Verlaufs. Neu eingeführte Futtermittel, Decken, Pflegeprodukte oder andere mögliche Auslöser sind zu entfernen. Bis zur Klärung der Ursache erhält das Pferd vorzugsweise Heu und Wasser. 

Das vorsichtige Kühlen der von Nesselfieber betroffenen Hautbereiche mit kaltem Wasser lindert Juckreiz und trägt zum Abschwellen der Quaddeln bei. Auf Reiben oder Massieren der Hautveränderungen ist zu verzichten, da dies die Haut zusätzlich reizt. 

Schwellungen im Bereich von Nüstern, Maul, Kehlkopf oder Hals stellen einen tiermedizinischen Notfall dar. Atemnot, starke Unruhe, Schwäche, Taumeln oder bläulich verfärbte Schleimhäute erfordern eine sofortige tierärztliche Behandlung. 

Bis zum Eintreffen des Tierarztes gilt es, Ruhe zu bewahren und zusätzlichen Stress für das Pferd zu vermeiden. Halfter oder andere Gegenstände, die Druck auf den Halsbereich ausüben, sind zu entfernen. Bei Nesselsucht beim Pferd sind Medikamente ausschließlich nach Anweisung eines Tierarztes einzusetzen.

Wie läuft die Behandlung von Nesselfieber bei Pferden ab?

Die Behandlung von Nesselfieber bei Pferden umfasst die Identifikation und Beseitigung des Auslösers und die Linderung akuter Beschwerden. Je nach Ausprägung der Erkrankung wird mit Kortison, Antihistaminika, Infusionen oder unterstützenden Maßnahmen wie dem Kühlen der betroffenen Hautbereiche therapiert.

Die Behandlung von Nesselfieber bei Pferden wird in der folgenden Auflistung erläutert.

1. Diagnose

Die Diagnose von Nesselfieber beim Pferd erfolgt anhand der typischen Symptome und einer klinischen Untersuchung. Die charakteristischen Quaddeln der Nesselsucht sind meist eindeutig erkennbar und erleichtern die Diagnosestellung.  

Der Tierarzt beurteilt bei Nesselfieber die Anzahl und Ausbreitung der Hautveränderungen, das Allgemeinbefinden des Pferdes sowie mögliche Begleitsymptome wie Fieber, Atembeschwerden oder Schwellungen im Kopfbereich.

Angaben des Pferdehalters zu Fütterung, Haltung, Medikamentengaben und möglichen Allergenen liefern wichtige Hinweise auf den Auslöser von Nesselfieber. Bei wiederkehrender Nesselsucht unterstützen Blutuntersuchungen und Intrakutantests die Identifikation möglicher Allergene.

2. Beseitigung der Ursache

Die Identifikation und Beseitigung des Auslösers zählen zu den wichtigsten Maßnahmen bei der Behandlung von Nesselfieber beim Pferd. Ohne die Entfernung des auslösenden Faktors kommt es häufig zu erneuten Episoden der Nesselsucht. 

Wiederkehrendes Nesselfieber beim Pferd macht eine systematische Analyse möglicher Auslöser erforderlich. Ein Allergietagebuch mit Angaben zu Fütterung, Haltung, Medikamentengaben, Pflegeprodukten, Wetterbedingungen sowie dem Auftreten der Quaddeln liefert wertvolle Hinweise auf mögliche Zusammenhänge mit dem Auftreten der Nesselsucht.

Bei Verdacht auf eine Futtermittelallergie erfolgt häufig eine Ausschlussdiät. Über mehrere Wochen erhält das Pferd eine stark reduzierte Futterration. Anschließend werden einzelne Futtermittel schrittweise wieder eingeführt, um den auslösenden Bestandteil zu identifizieren und dauerhaft aus der Fütterung zu entfernen.

3. Kortisontherapie

Kortisonpräparate zählen zu den wichtigsten Behandlungsmaßnahmen bei ausgeprägtem Nesselfieber beim Pferd. Die Verabreichung erfolgt bei Pferden meist als Injektion, bei längerfristiger Behandlung teilweise auch oral. 

Die Kortisontherapie hemmt die überschießende Immunreaktion, reduziert Schwellungen und führt in der Regel zu einer schnellen Linderung der Beschwerden bei an Nesselfieber erkrankten Pferden. Besonders bei starken Hautreaktionen oder Schwellungen im Kopf- und Halsbereich gehört Kortison zu den wichtigsten Notfallmedikamenten.

4. Antihistaminika

Zur medikamentösen Behandlung von Nesselfieber beim Pferd gehören Antihistaminika, welche die allergische Reaktion abschwächen. Die Behandlung blockiert die Wirkung von Histamin und reduziert bei Pferden Juckreiz und Schwellungen. 

Die Verabreichung von Antihistaminika bei Pferden mit Nesselfieber erfolgt in der Regel als Injektion. Bei saisonal auftretender Nesselsucht beim Pferd erfolgt in einigen Fällen eine vorbeugende Therapie mit Antihistaminika während der Allergiesaison, um die Häufigkeit und Intensität der Beschwerden zu reduzieren. Die Wirksamkeit ist nicht bei jedem Pferd gleich stark. 

5. Infusionstherapie

Bei Kreislaufproblemen oder schweren Formen der Nesselsucht beim Pferd gehören Infusionen zu den unterstützenden Behandlungsmaßnahmen. Infusionen stabilisieren den Kreislauf, gleichen Flüssigkeitsverluste aus und unterstützen die Ausscheidung belastender Stoffe über die Nieren.

6. Haltungsoptimierung

Die Haltungsoptimierung gehört zu den wichtigen langfristigen Maßnahmen bei wiederkehrendem Nesselfieber beim Pferd. Ziel der Behandlung ist die Reduzierung von Umweltfaktoren, die die Nesselsucht begünstigen oder erneut auslösen. 

Eine staubarme Stallumgebung, eine gute Belüftung ohne Zugluft sowie die Vermeidung von Schimmelbelastungen verringern den Kontakt mit potenziellen Allergenen. Bei pollenempfindlichen Pferden ist eine Anpassung der Weidezeiten sinnvoll, um die Belastung während starker Pollenflugphasen zu reduzieren. 

7. Insektenschutz

Bei einer durch Insekten ausgelösten Nesselsucht beim Pferd gehört ein konsequenter Insektenschutz zu den wichtigsten Behandlungsmaßnahmen. Fliegenmasken, Ekzemerdecken und verträgliche Insektenschutzmittel reduzieren den Kontakt mit Mücken, Bremsen, Kriebelmücken und anderen stechenden Insekten. 

8. Stressreduktion

Stress beeinflusst das Immunsystem des Pferdes und steht mit wiederkehrendem Nesselfieber in Zusammenhang. Ein möglichst konstanter Tagesablauf, ausreichende Bewegung und die Vermeidung unnötiger Belastungen unterstützen die Behandlung und Vorbeugung der Nesselsucht.

9. Immuntherapie

Schwere oder wiederkehrende Formen von Nesselfieber beim Pferd werden vereinzelt mit einer Immuntherapie behandelt. Die Behandlung basiert auf der schrittweisen und kontrollierten Verabreichung der identifizierten Allergene über einen längeren Zeitraum. 

Ziel der Therapie ist es, das Immunsystem des Pferdes an die auslösenden Stoffe zu gewöhnen und die überschießende Immunreaktion abzuschwächen. Die Immuntherapie wird insbesondere bei Pferden mit nachgewiesenen Allergien gegen Umweltallergene wie Pollen, Schimmelsporen oder Hausstaub eingesetzt. 

Nesselfieber-Behandlung in der Pferdeklinik Sorpesee

In der Pferdeklinik am Sorpesee steht bei der Behandlung von Nesselfieber beim Pferd die schnelle Kontrolle der akuten Beschwerden und die Identifikation möglicher Auslöser im Mittelpunkt. Wir reduzieren das Risiko wiederkehrender Episoden der Nesselsucht durch gezielte Ursachenforschung.

Ein besonderer Vorteil unserer Pferdeklinik bei der Behandlung von Nesselfieber ist die Kombination aus moderner Fahrpraxis und umfassender stationärer Versorgung. Mit sieben vollständig ausgestatteten Praxisfahrzeugen führen wir Untersuchungen und erste Behandlungsmaßnahmen direkt am heimischen Stall durch. 

Im Rahmen unserer Untersuchung erfassen wir die Ausprägung der Quaddeln, mögliche Schwellungen, das Allgemeinbefinden des Pferdes sowie weitere Begleitsymptome wie Fieber, Juckreiz, Kreislaufveränderungen oder Atembeschwerden. Gleichzeitig besprechen wir mit den Pferdehaltern mögliche Auslöser wie Fütterungsänderungen, Medikamentengaben, Insektenstiche, Pflegeprodukte oder Umweltfaktoren.

Für eine weiterführende Diagnostik stehen auf unserem Klinikgelände moderne Untersuchungsräume und umfangreiche diagnostische Möglichkeiten zur Verfügung. Ein großer Vorteil ist unser hauseigenes Labor. Mithilfe unserer Sofortdiagnostik stehen wichtige Blutwerte, Differentialblutbilder und klinisch-chemische Organparameter innerhalb kurzer Zeit zur Verfügung. 

Je nach Schweregrad des Nesselfiebers beim Pferd kommen in der Pferdeklinik am Sorpesee entzündungshemmende Medikamente, Kortisonpräparate, Antihistaminika oder unterstützende Infusionstherapien zum Einsatz. Mit der Behandlung kontrollieren wir die überschießende Immunreaktion, reduzieren Schwellungen und lindern Juckreiz möglichst schnell.

Schwere allergische Reaktionen mit ausgeprägten Schwellungen im Kopf- und Halsbereich, Atemproblemen oder Kreislaufstörungen stellen einen Notfall dar. Für diese Pferde bieten wir eine umfassende Notfall- und Intensivversorgung. Unser Team gewährleistet eine 24-Stunden-Bereitschaft an 365 Tagen im Jahr, sodass auch akute Notfälle jederzeit versorgt werden. Pferde, die eine stationäre Überwachung benötigen, werden in unseren hellen und großzügigen Klinikboxen untergebracht. Ein Teil der Boxen ist kameraüberwacht, sodass eine lückenlose Beobachtung rund um die Uhr möglich ist. 

Was kann man zur Prävention von Nesselfieber beim Pferd tun?

Zur Prävention von Nesselfieber beim Pferd gehören eine bedarfsgerechte Fütterung, langsame Futterumstellungen und die Vermeidung bekannter Allergene. Hochwertiges Raufutter, eine saubere Stallumgebung, konsequenter Insektenschutz und eine stressarme Haltung senken das Risiko für Nesselsucht beim Pferd.

Die folgenden Maßnahmen dienen der Prävention von Nesselfieber beim Pferd.

  • Futtermittel langsam umstellen: Neue Futtermittel sind bei Pferden schrittweise einzuführen, damit sich der Verdauungstrakt und das Immunsystem an die veränderte Fütterung anpassen.
  • Hochwertige Futtermittel verwenden: Die Qualität des Futters spielt eine wichtige Rolle bei der Vorbeugung von Nesselsucht beim Pferd. Für die Fütterung eignen sich ausschließlich hygienisch einwandfreie Futtermittel ohne Schimmel, Verunreinigungen oder unnötige Zusatzstoffe. Auf Konservierungs-, Aroma- und Süßstoffe ist möglichst zu verzichten. Heu wird idealerweise erst nach einer Lagerzeit von mindestens drei Monaten verfüttert.
  • Kontakt mit Giftpflanzen vermeiden: Weiden und Futterflächen sind regelmäßig auf Giftpflanzen zu kontrollieren, da diese allergische Reaktionen und Nesselfieber beim Pferd begünstigen.
  • Immunsystem stärken: Eine ausgewogene Versorgung mit Mineralstoffen, Spurenelementen, Vitaminen und weiteren Nährstoffen unterstützt die normale Funktion des Immunsystems bei Pferden und reduziert die Anfälligkeit für überschießende Immunreaktionen.
  • Insektenschutz einsetzen: Mücken, Bremsen und andere stechende Insekten gehören zu den häufigsten Auslösern von Nesselsucht beim Pferd. Insektendecken, Fliegenschutz und weitere geeignete Maßnahmen reduzieren das Risiko von Insektenstichen.
  • Stall sauber halten: Eine gute Stallhygiene verringert die Belastung durch Staub, Schimmelsporen und andere potenzielle Allergene. 
  • Bekannte Auslöser vermeiden: Bei bekannten Allergien oder wiederkehrender Nesselsucht sind identifizierte Auslöser wie Futtermittel, Pflegeprodukte oder Umweltallergene konsequent zu vermeiden.
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Öffnungszeiten der Rezeption

Montag bis Freitag
Samstag

8 - 18 Uhr
9 - 12 Uhr

Bitte beachten: Die Öffnungszeiten der Rezeption sind nicht gleichbedeutend mit Besuchs- und Sprechzeiten!

Besuchszeiten

Montag bis Freitag
Samstag
und

Sonn- u. Feiertags
und

10 - 18 Uhr
10 - 12 Uhr
17 - 18 Uhr

9 - 10 Uhr
17 - 18 Uhr

Wir möchten Sie bitten, sich beim Besuch stationärer Patienten vor Betreten des Stalles an der Rezeption anzumelden. Ist diese nicht besetzt, melden Sie sich bitte telefonisch an unter der Rufnummer:
02933 / 902 19 23

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