Sehnenverletzung beim Pferd, Tierarzt tastet Pferd ab

Sehnenverletzung beim Pferd: Symptome, Behandlung & Prävention

Letztes Update am
15. September 2026

Eine Sehnenverletzung beim Pferd bezeichnet eine Schädigung der Sehnenfasern, die von kleinen Mikroläsionen und Überdehnungen bis zu Teilrissen oder einer vollständigen Sehnenruptur reicht. Bei Verdacht auf eine Sehnenverletzung beim Pferd ist eine zeitnahe tierärztliche Untersuchung erforderlich.

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Inhaltsverzeichnis

Eine Sehnenverletzung beim Pferd bezeichnet eine Schädigung der Sehnenfasern, die von kleinen Mikroläsionen und Überdehnungen bis zu Teilrissen oder einer vollständigen Sehnenruptur reicht. Bei Verdacht auf eine Sehnenverletzung beim Pferd ist eine zeitnahe tierärztliche Untersuchung erforderlich.

Eine Sehnenverletzung beim Pferd entsteht häufig durch Überlastung und wiederholte Mikrotraumata. Laut dem Review „Microdamage in the equine superficial digital flexor tendon“ von Claire O’Brien, Neil Marr und Chavaunne Thorpe, erschienen 2021 im Equine Veterinary Journal, entwickeln sich viele Sehnenschäden durch die schrittweise Ansammlung kleinster struktureller Schäden im Sehnengewebe. Zu den weiteren Risikofaktoren für Sehnenverletzungen bei Pferden zählen Bewegungsmangel, Muskelermüdung, Trainingsfehler, ungeeignete Böden, Fehlstellungen, Übergewicht und akute Traumata.

Zeigt das Pferd Anzeichen einer Sehnenverletzung, ist eine tierärztliche Untersuchung wichtig. Bis zur tierärztlichen Untersuchung wird das Pferd ruhiggestellt und die betroffene Sehne gekühlt, um Schmerzen, Schwellungen und eine weitere Schädigung des Sehnengewebes zu begrenzen. Starke Lahmheit oder der Verdacht auf eine vollständige Sehnenruptur erfordern eine sofortige tierärztliche Abklärung.

Die Pferdeklinik am Sorpesee ist auf die orthopädische Diagnostik und Behandlung von Sehnenverletzungen beim Pferd spezialisiert. Dank modern ausgestatteter Praxisfahrzeuge und einer 24-Stunden-Bereitschaft ist das Team an 365 Tagen im Jahr auch bei akuten Sehnenschäden schnell erreichbar.

Hier sind unsere Kontaktdetails.

  • Adresse: Tierärztliche Klinik für Pferde am Sorpesee
  • Frankfurter Straße 34, 59846 Sundern-Stemel
  • Telefon: 02933/902190
  • Telefax: 02933/9021929
  • E-mail: web@pferdeklinik-sorpesee.de
  • Webseite: https://pferdeklinik-sorpesee.de/

Dies sind die Sprechzeiten unserer Rezeption.

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  • Sonn- und Feiertags 9:00-10:00 17:00-18:00

Beim Pferd verbinden die Sehnen Muskulatur und Skelett und übertragen die entstehende Muskelkraft auf den Bewegungsapparat. Trotz ihrer hohen Zugfestigkeit sind sie nur begrenzt elastisch und aufgrund der schwachen Durchblutung regenerationsarm. Zu den häufigsten Anzeichen einer Sehnenverletzung beim Pferd gehören Lahmheit, Schwellung, Wärme und Druckempfindlichkeit. Während akute Sehnenschäden häufig klar erkennbare Beschwerden verursachen, entwickeln sich chronische Sehnenverletzungen schleichend und zeigen anfangs oft nur geringe Veränderungen.

Welche Sehnenverletzungen gibt es häufig bei Pferden?

Die häufigsten Sehnenverletzungen bei Pferden sind Sehnenzerrungen, Sehnenrupturen, Tendinitis (Sehnenentzündung) und Tendovaginitis (Sehnenscheidenentzündung). Die Sehnenverletzungen unterscheiden sich bei Pferden in Art, Ausmaß und betroffener Struktur. 

In der folgenden Liste werden typische Sehnenverletzungen bei Pferden vorgestellt.

1. Sehnenzerrung beim Pferd

Eine Sehnenzerrung beim Pferd entsteht durch eine Überdehnung der Sehne. Wird die natürliche Dehnungsgrenze der Sehne überschritten, entstehen kleine Risse in einzelnen Sehnenfasern. Bei einer leichten Sehnenzerrung sind nur wenige Sehnenfasern betroffen. Mit zunehmender Schädigung vergrößert sich beim Pferd der Sehnenschaden und erfasst größere Bereiche der Sehne.

Zu den geringgradigen Sehnenschäden beim Pferd zählen auch Mikroläsionen. Mikroläsionen sind kleinste strukturelle Schäden einzelner Sehnenfasern, die bei Pferden zunächst ohne deutliche Lahmheit auftreten können. Wiederholte Mikroläsionen schwächen das Sehnengewebe und erhöhen das Risiko für einen größeren Sehnenschaden.

2. Sehnenruptur beim Pferd

Eine Sehnenruptur beim Pferd bezeichnet einen teilweisen oder vollständigen Riss der Sehne. Bei einer Teilruptur sind größere Bereiche der Sehnenfasern oder einzelne Faserbündel gerissen, während ein Teil der Sehne erhalten bleibt.

Bei einer vollständigen Sehnenruptur ist die Sehne des Pferdes vollständig durchtrennt. Die Sehnenruptur stellt einen besonders schweren Sehnenschaden dar und beeinträchtigt bei  Pferden abhängig von der betroffenen Struktur die Stabilität und Belastbarkeit der Gliedmaße erheblich.

Bei einer Sehnenruptur beim Pferd bildet sich im geschädigten Bereich Narbengewebe. Die neu gebildeten Fasern sind weniger geordnet und erreichen nicht vollständig die Elastizität und Belastbarkeit einer gesunden Sehne. Dadurch bleibt das Pferd anfälliger für erneute Sehnenschäden.

3. Tendinitis beim Pferd

Eine Tendinitis beim Pferd bezeichnet eine Entzündung der Sehne oder des Muskelsehnenansatzes. Die Tendinitis tritt bei Pferden im Zusammenhang mit Überlastungen und strukturellen Schäden der Sehnenfasern auf. Bei länger bestehender Entzündung entstehen degenerative Veränderungen des Sehnengewebes.

4. Tendovaginitis beim Pferd

Eine Tendovaginitis beim Pferd ist eine Entzündung der Sehnenscheide. Sehnenscheiden umgeben beim Pferd die Sehnen vor allem dort, wo sie über Gelenke oder andere bewegliche Strukturen verlaufen und während der Bewegung gleiten.

Während bei einer Tendinitis beim Pferd die Sehne selbst beziehungsweise ihr Ansatz betroffen ist, liegt die Entzündung bei einer Tendovaginitis in der Sehnenscheide.

Bestimmte Sehnenstrukturen sind beim Pferd besonders häufig von Sehnenverletzungen betroffen.

Welche Sehnen sind beim Pferd besonders häufig von Sehnenverletzungen betroffen?

Besonders häufig von Sehnenverletzungen beim Pferd betroffen sind die oberflächliche Beugesehne, die tiefe Beugesehne und der Fesselträger. Verletzungen der Strecksehnen treten bei Pferden ebenfalls auf, entstehen jedoch seltener durch typische Überlastung.

In der folgenden Liste werden typische Sehnen beim Pferd vorgestellt, die besonders häufig von Verletzungen betroffen sind.

  • Oberflächliche Beugesehne: Die oberflächliche Beugesehne verläuft beim Pferd an der Rückseite des Röhrbeins und ist als energiespeichernde Sehne hohen mechanischen Belastungen ausgesetzt. Die oberflächliche Beugesehne ist eine der am häufigsten verletzten Sehnen beim Pferd. Laut dem Review „A review of tendon injury: Why is the equine superficial digital flexor tendon most at risk?“ im „Equine Veterinary Journal“ führen hohe Dehnungsbelastungen, wiederholte Belastungszyklen und degenerative Veränderungen zu ihrer ausgeprägten Verletzungsanfälligkeit.
  • Tiefe Beugesehne: Die tiefe Beugesehne verläuft bei Pferden unterhalb der oberflächlichen Beugesehne und zieht bis zum Hufbein. Die tiefe Beugesehne ist wesentlich an der Beugung der distalen Gelenke und an der Stabilisierung der Gliedmaße während der Belastung beteiligt. 
  • Fesselträger: Der Fesselträger stabilisiert beim Pferd den Fesselkopf während der Belastung und begrenzt dessen Absinken beim Auffußen. Verletzungen betreffen den Ursprung, den Fesselträgerkörper oder die Fesselträgeräste und treten besonders bei sportlich beanspruchten Pferden auf.
  • Strecksehnen: Die Strecksehnen verlaufen an der Vorderseite der Gliedmaßen und unterstützen beim Pferd die Streckung der Zehe. Überlastungsbedingte Schäden treten an den Strecksehnen seltener auf als an den Beugesehnen. Verletzungen entstehen bei Strecksehnen häufiger durch äußere Traumata wie Tritte, Schnitte oder andere direkte Einwirkungen.

Die Symptome einer Sehnenverletzung beim Pferd unterscheiden sich je nach betroffener Sehne, Ausmaß des Sehnenschadens und Verlauf der Verletzung.

Was sind die Symptome einer Sehnenverletzung bei Pferden?

Die Symptome einer Sehnenverletzung beim Pferd sind Schwellung, Wärme, Lahmheit und Druckempfindlichkeit. Akute Sehnenverletzungen bei Pferden verursachen häufig stärkere Symptome als chronische Sehnenschäden.

In der Liste werden Symptome einer Sehnenverletzung bei Pferden aufgeführt.

  • Schwellung: Eine Schwellung im Bereich der betroffenen Sehne ist ein typisches Symptom einer Sehnenverletzung beim Pferd. Je nach Ausmaß des Sehnenschadens fällt die Schwellung leicht, diffus oder deutlich abgegrenzt aus. Bei stärkeren Verletzungen der Beugesehnen entsteht eine charakteristische, bogenförmige Verdickung, die aufgrund ihrer Form als Sehnenbogen oder „Banane” bezeichnet wird.
  • Wärme: Eine erhöhte Temperatur im Bereich der Sehne ist ein weiteres häufiges Anzeichen für eine akute Sehnenverletzung beim Pferd. Die betroffene Stelle fühlt sich im Vergleich zum gesunden Pferdebein deutlich wärmer an. Die Wärme entsteht im Zusammenhang mit der Entzündungsreaktion des verletzten Sehnengewebes. 
  • Lahmheit: Lahmheit gehört zu den charakteristischen Symptomen einer Sehnenverletzung beim Pferd und entsteht als Reaktion auf Schmerzen und die eingeschränkte Belastbarkeit der verletzten Sehne. Die Ausprägung reicht von einer leichten Lahmheit nach Belastung bis zu einer hochgradigen Lahmheit. Auch ohne Lahmheit ist eine Sehnenverletzung beim Pferd möglich. Besonders Mikroläsionen und chronische Sehnenschäden verursachen anfangs keine eindeutig erkennbare Lahmheit.
  • Druckschmerz: Eine verletzte oder entzündete Sehne reagiert beim Pferd häufig empfindlich auf Druck. Beim Abtasten der betroffenen Sehnenstruktur zeigt das Pferd eine deutliche Schmerzreaktion oder versucht, der Berührung auszuweichen. Bei schleichenden Sehnenschäden fällt die Druckempfindlichkeit teilweise erst nach dem Training auf und ist weniger ausgeprägt als bei einer akuten Sehnenverletzung.
  • Entlastung des betroffenen Beins: Schmerzen durch eine Sehnenverletzung führen beim Pferd häufig dazu, dass die betroffene Gliedmaße im Stand weniger belastet wird. Das Pferd verlagert sein Gewicht auf die anderen Beine oder stellt das verletzte Bein entlastend ab. 
  • Steifheit: Chronische oder beginnende Sehnenverletzungen beim Pferd äußern sich teilweise durch Steifheit oder einen unregelmäßigen Bewegungsablauf. Typisch ist eine leichte Lahmheit zu Beginn der Bewegung, die sich nach dem Aufwärmen zunächst bessert. 
  • Leistungsabfall: Ein schleichender Sehnenschaden beim Pferd zeigt sich mitunter durch eine geringere Leistungsbereitschaft oder nachlassende Leistung im Training. Das Pferd bewegt sich weniger motiviert, reagiert empfindlicher auf Belastung oder erreicht sein gewohntes Leistungsniveau nicht mehr. Treten gleichzeitig leichte Schwellungen, Wärme oder eine Druckempfindlichkeit der Sehne auf, sprechen diese Anzeichen für eine Sehnenverletzung.
  • Starkes Absinken des Fesselkopfes: Ein deutliches Absinken des Fesselkopfs im Vergleich zur gesunden Gliedmaße ist ein typisches Anzeichen einer vollständigen Sehnenruptur beim Pferd. Bei einer Sehnenruptur wird die betroffene Gliedmaße des Pferdes in der Regel nicht mehr belastet. 

Die Behandlung einer Sehnenverletzung beim Pferd richtet sich nach Art, Ausmaß und Heilungsverlauf des Sehnenschadens.

Behandlung einer Sehnenverletzung bei Pferden

Die Behandlung einer Sehnenverletzung beim Pferd richtet sich nach der Diagnostik sowie nach Art und Schwere des Sehnenschadens. Zur Therapie einer Sehnenverletzung gehören Ruhigstellung, Kühlung, entzündungshemmende Medikamente, regenerative Verfahren, kontrollierte Bewegung, Physiotherapie und eine langfristig angepasste Rehabilitation.

In der nummerierten Auflistung wird die Behandlung einer Sehnenverletzung bei Pferden von der Diagnostik über die Akuttherapie bis zur Rehabilitation erklärt.

1. Diagnostik der Sehnenverletzung

Die Diagnostik einer Sehnenverletzung beim Pferd beginnt mit der klinischen Untersuchung und Lahmheitsdiagnostik. Der Tierarzt beurteilt das Pferd im Stand sowie in Schritt und Trab und achtet auf Anzeichen wie Lahmheit, Schonhaltung und Veränderungen des Bewegungsbildes. Durch Abtasten der Sehne lokalisiert der Tierarzt Schwellung, Wärme und Druckschmerz im Bereich der Sehnenverletzung.

Eine Ultraschalluntersuchung zeigt die Lage und das Ausmaß des Sehnenschadens sowie Veränderungen der Faserstruktur, Einblutungen, Flüssigkeitsansammlungen und Kernläsionen.  Der Ultraschall liefert dem Tierarzt wichtige Informationen zum Schweregrad der Sehnenverletzung, zur Prognose und zur weiteren Therapieplanung beim Pferd.

MRT, Szintigraphie und CT ergänzen bei unklaren oder komplexen Sehnenverletzungen beim Pferd die Ultraschalldiagnostik. Röntgen wird ergänzend eingesetzt, um knöcherne Strukturen oder den Sehnenansatz zu beurteilen.

2. Ruhigstellung 

Bei einer akuten Sehnenverletzung des Pferdes steht die Entlastung der betroffenen Sehne im Mittelpunkt. Die Belastung der verletzten Sehne beim Pferd wird durch Boxenruhe reduziert.

Je nach Art der Sehnenverletzung beim Pferd wird die Behandlung durch kontrollierte Bewegung, einen Gips oder einen entlastenden bzw. korrigierenden Hufbeschlag erweitert. Ein ebener, nicht zu weicher Untergrund in der Box reduziert die Belastung des verletzten Pferdebeins und der betroffenen Sehne.

3. Kühlung 

Die Kühlung einer Sehnenverletzung beim Pferd zählt in der Akutphase zu den wichtigsten Sofortmaßnahmen. Kaltes Wasser, Eis oder Kühlpacks reduzieren Wärme, Schmerzen, Schwellungen sowie Flüssigkeitsansammlungen im verletzten Sehnengewebe.

4. Stützende Verbände

Stützende Verbände bei einer Sehnenverletzung des Pferdes werden vom Tierarzt oder nach tierärztlicher Anleitung angelegt. Druckverbände stabilisieren die betroffene Gliedmaße, üben gleichmäßigen Druck auf das Gewebe aus und wirken Flüssigkeitseinlagerungen sowie einer zunehmenden Schwellung entgegen.

5. Schmerz- und Entzündungsbehandlung

Die entzündungshemmende Behandlung einer Sehnenverletzung beim Pferd kommt vor allem bei akuten Sehnenzerrungen, Faserrissen und Teilrupturen mit deutlicher Entzündungsreaktion zum Einsatz. Die entzündungshemmenden Medikamente reduzieren Schmerzen und begrenzen die akute Entzündungsreaktion im geschädigten Sehnengewebe. 

6. Korrektur von Fehlbelastungen

Die Korrektur von Fehlbelastungen gehört zur langfristigen Behandlung einer Sehnenverletzung beim Pferd. Fehlstellungen der Gliedmaßen, eine unausgeglichene Hufstellung oder ein ungeeigneter Hufbeschlag verändern die Belastungsverteilung und erhöhen den Zug auf einzelne Sehnenabschnitte. 

Die Korrektur von Fehlbelastungen umfasst je nach Ursache der Sehnenverletzung eine angepasste Hufbearbeitung oder einen korrigierenden Beschlag, um die betroffene Sehne zu entlasten und erneuten Sehnenschäden vorzubeugen.

7. Regenerative Therapien

Regenerative Therapien bei einer Sehnenverletzung des Pferdes unterstützen die Heilung des geschädigten Sehnengewebes. Bei PRP werden körpereigene Wachstumsfaktoren aus dem Blut des Pferdes gewonnen und in den geschädigten Bereich eingebracht. Stammzelltherapien nutzen körpereigene Zellen zur Unterstützung der Regeneration. 

8. Lasertherapie

Die Lasertherapie bei einer Sehnenverletzung des Pferdes nutzt hochenergetisches Laserlicht zur Unterstützung biologischer Heilungsprozesse. Die Photobiomodulation wird mit einer Reduktion von Entzündung und Schwellung, einer Schmerzlinderung, einer verbesserten Durchblutung und einer gesteigerten Aktivität der Sehnenzellen in Verbindung gebracht. Das Ziel der Lasertherapie bei Sehnenverletzungen von Pferden ist eine bessere Gewebereparatur und die Bildung möglichst stabilen und elastischen Narbengewebes.

9. Kontrollierte Bewegung

Die kontrollierte Bewegung nach einer Sehnenverletzung beim Pferd beginnt abhängig vom Befund häufig mit geführter Schrittarbeit auf ebenem, festem Untergrund. Die dosierte Belastung unterstützt die funktionelle Ausrichtung neu gebildeter Kollagenfasern und wirkt Verklebungen der verletzten Sehnen entgegen. 

Nach einer Sehnenverletzung beim Pferd wird die Belastung schrittweise gesteigert, wobei sie zunächst vom Schritt über den Trab bis hin zum Galopp reicht. Jede Trainingsphase richtet sich nach dem Heilungsverlauf der verletzten Sehne und dem Ultraschallbefund, da eine zu schnelle Belastungssteigerung das Risiko erneuter Sehnenschäden beim Pferd erhöht.

10. Physiotherapeutische Begleitung

Die physiotherapeutische Behandlung nach einer Sehnenverletzung beim Pferd unterstützt das kontrollierte Aufbautraining und den Wiederaufbau nach längeren Ruhephasen.

Bei der physiotherapeutischen Behandlung von Sehnenverletzungen beim Pferd stehen ein möglichst gleichmäßiger Bewegungsablauf, der Erhalt beziehungsweise Wiederaufbau der Muskulatur und die Vermeidung von Schonhaltungen im Mittelpunkt. 

Die Physiotherapie wird an den Heilungsverlauf der Sehnenverletzung, das Bewegungsprogramm und die tierärztlichen Kontrollen angepasst und unterstützt die schrittweise Rückkehr des Pferdes zur Belastung.

11. Angepasste Fütterung und Nährstoffversorgung

Die Fütterung bei einer Sehnenverletzung des Pferdes wird an den Nährstoffbedarf des regenerierenden Sehnengewebes und den während der Rehabilitation veränderten Energiebedarf angepasst.

Hochwertiges Eiweiß und essenzielle Aminosäuren wie Methionin liefern Pferden nach Sehnenverletzungen Bausteine für die Kollagenbildung. Vitamin C, Kupfer, Mangan, Vitamin E und Selen unterstützen Kollagensynthese und Zellschutz. Je nach Bedarf ergänzen MSM, Glucosamin, Chondroitinsulfat, Kieselsäure beziehungsweise Silizium und Omega-3-Fettsäuren die Versorgung von Bindegewebe und Sehnen. Eine angepasste Energiezufuhr beugt beim Pferd zusätzlichem Übergewicht und einer höheren Belastung der verletzten Sehne vor.

12. Langfristige Rehabilitation

Die Rehabilitation einer Sehnenverletzung beim Pferd erstreckt sich häufig über sechs bis zwölf Monate, bei schweren Sehnenschäden auch länger. Bei kleineren Sehnenschäden erreichen viele Pferde wieder ihr vorheriges Leistungsniveau, während größere oder wiederholte Verletzungen die spätere Belastbarkeit stärker einschränken.

Die Verlaufskontrolle einer Sehnenverletzung beim Pferd erfolgt während der gesamten Rehabilitation in regelmäßigen Abständen per Ultraschall. Der Tierarzt beurteilt dabei die Entwicklung der Läsion, die Ausrichtung und Struktur der Sehnenfasern sowie die Bildung und Organisation des Narbengewebes. Anhand der Ultraschallbefunde wird eingeschätzt, wie weit die Heilung der verletzten Sehne fortgeschritten ist und welche Belastung das Pferd aktuell verträgt. Der Bewegungsplan wird entsprechend angepasst und die Belastung erst bei ausreichender Stabilität des Sehnengewebes gesteigert.

Behandlung einer Sehnenverletzung in der Pferdeklinik am Sorpesee

Die Behandlung einer Sehnenverletzung in der Pferdeklinik am Sorpesee umfasst die orthopädische Diagnostik, regenerative Therapien, operative Verfahren und die anschließende Rehabilitation des Pferdes.

Unsere Diagnostik bei Sehnenverletzungen beim Pferd beginnt mit einer orthopädischen Untersuchung. Wir erheben einen ausführlichen Vorbericht, beurteilen die Gliedmaßen durch Adspektion und Palpation und untersuchen das Pferd im Schritt und Trab auf hartem und weichem Boden. Beugeproben und diagnostische Leitungsanästhesien helfen uns, den Schmerzbereich genauer einzugrenzen. Für die bildgebende Diagnostik stehen mehrere moderne Ultraschallgeräte zur Verfügung, mit denen wir die verletzte Sehne darstellen und den Heilungsverlauf kontrollieren. Bei Verdacht auf eine Beteiligung knöcherner Strukturen oder der Sehnenansätze ergänzen wir die Untersuchung durch digitales Röntgen.

Unsere mobile Diagnostik bei Sehnenverletzungen beim Pferd ermöglicht viele Untersuchungen direkt am heimischen Stall. Sieben vollständig ausgestattete Praxisfahrzeuge verfügen unter anderem über hochauflösenden Ultraschall und digitales Röntgen. Gerade bei einer akuten und schmerzhaften Sehnenverletzung erspart unsere mobile Versorgung dem Pferd einen zusätzlichen Transport zur Klinik.

Unsere regenerativen Therapien bei Sehnenverletzungen beim Pferd zielen auf die Unterstützung der Geweberegeneration und die Begrenzung von unelastischem Narbengewebe. ACP sowie IRAP beziehungsweise ABPS nutzen körpereigene Wachstumsfaktoren und Proteine aus dem Blut des Pferdes, um Entzündungsprozesse zu hemmen und die Heilung der verletzten Sehne zu fördern. Auch Stammzelltherapien gehören zu unserem Behandlungsspektrum bei stärker geschädigten Sehnenfasern. Die Aufbereitung der Blutproben für Verfahren wie ACP oder IRAP erfolgt direkt in unserem Labor, sodass die gewonnenen Präparate ohne externe Transportwege für die Behandlung eingesetzt werden.

Unsere Stoßwellentherapie bei Sehnenverletzungen beim Pferd arbeitet mit piezoelektrisch erzeugten Druckimpulsen. Sie wird therapiebegleitend bei akuten und chronischen Sehnenschäden eingesetzt und regt die Zellen des Stützapparats zur Regeneration und Erneuerung an. 

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Wir möchten Sie bitten, sich beim Besuch stationärer Patienten vor Betreten des Stalles an der Rezeption anzumelden. Ist diese nicht besetzt, melden Sie sich bitte telefonisch an unter der Rufnummer:
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