ECVM steht für Equine Cervical Vertebral Malformation und ist eine angeborene Fehlbildung der Hals- und Brustwirbelsäule bei Pferden. In diesem Artikel erklären wir, was ECVM ist und welche Unterstützung die Pferdeklinik am Sorpesee betroffenen Pferden bietet.
Die Fehlbildung der Wirbel bei ECVM betrifft bei Pferden vor allem den sechsten und siebten Halswirbel (C6 und C7) sowie den ersten Brustwirbel und die Rippen. An der Unterseite der Wirbel kommt es zu einer strukturellen Umbildung, bei der knöcherne Bestandteile und das erste Rippenpaar fehlen können. Symptome bei ECVM sind mit unter Koordinationsstörungen, Lahmheiten und Verspannungen.
Bei Verdacht auf ECVM wird eine zeitnahe tierärztliche Abklärung empfohlen. Da ECVM nicht heilbar ist, konzentriert sich die Pferdeklinik am Sorpesee auf eine präzise Diagnostik und das Management der Begleitsymptome. Unser Schwerpunkt liegt auf der Stabilisierung des Stützapparates. Zur Linderung von ECVM Beschwerden bei Pferden setzen wir Physiotherapie, manuelle Techniken und Chiropraktik ein. Unser integratives Konzept umfasst auch Beratung zu Haltung, Training und Fütterung.
Die Pferdeklinik am Sorpesee gewährleistet unter der Leitung von Dr. Jutta Riedel-Kaufhold und FEI-Tierarzt Tobias Kaufhold durch moderne Technik, fundierte Erfahrung und eine 24-Stunden-Bereitschaft eine zuverlässige Versorgung betroffener ECVM Pferde.
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ECVM (Equine Complex Vertebral Malformation) bzw. ECCMV (Equine Caudal Cervical Morphologic Variation) ist eine angeborene Fehlbildung der unteren Halswirbelsäule bei Pferden. ECVM betrifft vor allem den sechsten und siebten Halswirbel (C6 und C7) und in einigen Fällen den ersten Brustwirbel und das erste Rippenpaar.
Typisch für ECVM ist eine Veränderung der Lamina ventralis, eines leistenförmigen Knochenfortsatzes an der Unterseite des sechsten Halswirbels. Der Knochenfortsatz dient bei Pferden als Ansatzstelle für die tiefe Halsmuskulatur. Fehlt der Knochenanteil einseitig oder beidseitig, liegt die Diagnose ECVM vor.
In manchen Fällen von ECVM befindet sich der fehlende Fortsatz bei Pferden am siebten Halswirbel. Dieser Zustand wird als Transposition bezeichnet. Bei beidseitiger Transposition treten häufig zusätzliche Fehlbildungen der ersten Rippe auf, die rudimentär ausgebildet sind oder vollständig fehlen.
Die strukturellen Veränderungen bei ECVM beeinflussen die Statik der Halswirbelsäule und die Funktion der Muskulatur und lösen bei manchen Pferden neurologische Symptome aus. Der Zusammenhang zwischen den sichtbaren knöchernen Abweichungen und den klinischen Beschwerden, die beim Pferd auftreten, ist derzeit nicht abschließend geklärt.
Die Ursachen der Fehlbildungen des ECVM sind noch nicht vollständig erforscht.
ECVM ist bei Pferden eine angeborene Krankheit. Die Ursachen von ECVM liegen in einer Störung der knöchernen Entwicklung. Bisher ist über die Vererbbarkeit von ECVM bei Pferden noch nichts bekannt.
Bei ECVM entstehen während der Embryonalentwicklung des Pferdes Abweichungen an C6 und C7, den beiden letzten Halswirbeln, sowie an den ersten Rippenpaaren. Teile der knöchernen Strukturen fehlen oder sind missgebildet, wodurch die typische Formveränderung der unteren Halswirbelsäule entsteht. Die genaue Ursache dieser Fehlentwicklung ist nicht geklärt.
Die Symptome, die durch die Missbildung bei ECVM auftreten, sind unterschiedlich.
Symptome von ECVM bei Pferden sind spinale Ataxie, eine von der Wirbelsäule ausgehende Störung von Gleichgewicht und Bewegungskoordination, Schmerzen und Bewegungseinschränkungen im Halsbereich und an der Vorhand, vermehrtes Stolpern bis hin zu Stürzen und ein schwankender Gang.
Die strukturellen Veränderungen bei ECVM führen zu einer veränderten Belastung der Halsmuskulatur bei Pferden. Durch den Druck der umgebildeten Wirbel auf die Halsnerven werden unterschiedliche Symptome ausgelöst. Die folgende Liste zeigt die verschiedenen Symptome von ECVM im Überblick.
Die Symptome von ECVM variieren und reichen von leichten Bewegungseinschränkungen bis zu schweren neurologischen Defiziten. Die Ausprägung ist individuell und hängt von der jeweiligen Fehlbildung ab.
Für die Diagnose von ECVM ist eine gründliche und umfassende Untersuchung des Pferdes erforderlich.
ECVM wird durch eine Kombination aus klinischer Untersuchung und bildgebenden Verfahren diagnostiziert. Zur Befunderhebung werden ab dem dritten Lebensjahr des Pferdes Röntgenbilder der unteren Halswirbelsäule angefertigt.
Die klinische Untersuchung ist der erste Schritt in der Diagnostik von ECVM. Der Tierarzt beurteilt das Pferd im Stand, achtet auf Asymmetrien und tastet die Halswirbelsäule ab. Anschließend wird das Pferd in Bewegung vorgeführt, um typische ECVM Anzeichen wie Steifheit, Stolpern und Taktstörungen zu erkennen.
Eine neurologische Untersuchung ist für die ECVM Diagnostik sinnvoll, um bei Pferden Koordinationsstörungen, Gleichgewichtsprobleme und Sensibilitätsveränderungen frühzeitig zu erkennen.
Tests wie der Widerristzieh- und Schweiftest geben Hinweise auf Koordinationsstörungen und eine mögliche Instabilität des Schultergürtels. Beim Widerristziehtest wird der Widerrist des Pferdes abwechselnd zur Seite gezogen, während es aktiv gegenhalten soll. Bleibt die Gegenreaktion aus, deutet dies auf eine Instabilität des Schultergürtels oder eine neurologische Einschränkung hin.
Beim Schweiftest wird der Schweif seitlich bewegt, um die Fähigkeit des Pferdes zum Ausbalancieren zu beurteilen. Schwierigkeiten beim Stabilisieren sprechen für Koordinationsstörungen. Im Rahmen der ECVM-Diagnostik werden zusätzlich Sensibilitätsprüfungen durchgeführt, bei denen die Haut im Hals- und Vorderbeinbereich leicht berührt wird. Eine verminderte oder fehlende Reaktion weist auf eine Beeinträchtigung der Nervenfunktion hin.
Bildgebende Verfahren sind der zentrale Bestandteil der ECVM Diagnostik. Röntgenaufnahmen der unteren Halswirbelsäule ermöglichen die Darstellung der Knochenfortsätze an der Unterseite des sechsten und siebten Halswirbels beim Pferd.
Mithilfe spezieller Projektionen werden die Strukturen der Halswirbelsäule vollständig dargestellt, was eine präzise Beurteilung von Fehlbildungen ermöglicht. Eine objektive Verbindung zwischen den klinischen Symptomen und Röntgenbefunden beim Pferd herzustellen, ist schwierig, da funktionelle Einschränkungen und sichtbare Knochenveränderungen nicht eindeutig miteinander korrelieren.
Schrägaufnahmen und spezielle Röntgenprotokolle ermöglichen eine präzisere Darstellung der ersten Rippen und der Übergangsregion.
Die Symptome von ECVM lassen sich bei Pferden reduzieren, auch wenn die Erkrankung nicht vollständig heilbar ist.
ECVM ist nicht heilbar, aber angepasstes Training, optimierte Haltung und die gezielte Kräftigung der rumpf- und gliedmaßentragenden Muskulatur an der Hand und unterm Reiter verbessern die biomechanische Stabilität und steigern die Lebensqualität von an ECVM erkrankten Pferden.
Die folgende Liste bietet einen Überblick über die verschiedenen Therapiemaßnahmen, die bei ECVM Pferden zum Einsatz kommen.
Die ECVM Behandlung in der Pferdeklinik am Sorpesee basiert auf präziser Diagnostik und einem interdisziplinären Therapiekonzept aus Orthopädie, Physiotherapie, Chiropraktik und einem angepassten Schmerz- und Haltungsmanagement.
In unserer ECVM Behandlung verbinden wir orthopädische und neurologische Kompetenz. Da die angeborenen Formänderungen der Halswirbel C6 und C7 nicht heilbar sind, verfolgen wir bei erkrankten Pferden ein strukturiertes Therapiemanagement, das Schmerzen lindert, die Bewegungsfunktion verbessert und die Stabilität der Halswirbelsäule gezielt stärkt.
Bei Pferden erfolgt unsere ECVM Diagnostik mithilfe digitalen Röntgens mit mehreren kabellosen Systemen, die sowohl in der Klinik als auch mobil im Stall eingesetzt werden. Im Rahmen unserer orthopädischen Diagnostik führen wir eine detaillierte Lahmheits- und Bewegungsanalyse durch. Die Lahmheitsuntersuchung erfolgt unter unterschiedlichen Bodenverhältnissen im Innen- und Außenbereich und wird durch Beugeproben und diagnostische Anästhesien ergänzt. Unsere mobile Fahrpraxis, die sieben vollständig ausgerüstete Fahrzeuge umfasst, ermöglicht die Durchführung der Diagnostik direkt im Stall des Patienten.
Unser therapeutisches Management bei ECVM fokussiert sich auf funktionelle Stabilisierung und Schmerzlinderung. Die Physiotherapie ist dabei ein zentraler Bestandteil der Behandlung. Durch schonende Mobilisation und kräftigende Maßnahmen verbessern wir die Beweglichkeit, das Körpergefühl und die biomechanische Funktion der Halswirbelsäule betroffener Pferde. Wir setzen Massagetechniken zur Muskelbehandlung, Gelenkmobilisation und Faszienbehandlung ein. Die Akupressur im Rahmen der Traditionellen Chinesischen Veterinärmedizin hilft ECVM Pferden muskuläre Spannungsmuster zu lösen und das allgemeine Wohlbefinden zu verbessern. Stresspunktmassagen nach C. Teslau unterstützen die Wiederherstellung einer freien, funktionellen Bewegungsfähigkeit.
Zur Regeneration des Stütz- und Bewegungsapparats kommen bei Bedarf moderne physikalische Therapien wie die fokussierte Stoßwellentherapie und die Behandlung mit Diodenlaser zum Einsatz. Zusätzlich stehen regenerative Verfahren wie ACP, IRAP/ABPS und Stammzelltherapie zur Verfügung, die in unserem hauseigenen Labor aufbereitet und ohne Zwischenlagerung angewendet werden. Regenerative Maßnahmen unterstützen ECVM Pferde insbesondere dann, wenn begleitende Sehnen-, Bänder- oder Gelenkprobleme vorliegen.
Wir bieten Ihnen umfassende Unterstützung bei der ECVM Behandlung Ihres Pferdes in den Bereichen Fütterung, Haltung, Hufbearbeitung, Sattelpassform, Trainingszustand und geeignete Trainingsmethoden. Eine korrekte Hufbearbeitung stabilisiert die Statik, eine passende Sattellage verhindert zusätzliche Druckpunkte und eine präzise abgestimmte Fütterung unterstützt den Aufbau der tiefen, stabilisierenden Muskulatur. Durch gezieltes Training entstehen physiologische Bewegungsmuster, die das Pferd entlasten und seine Leistungsfähigkeit im Alltag verbessern.

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