Karpfenrücken Pferd

Karpfenrücken beim Pferd: Ursachen, Auswirkungen & Behandlung

Letztes Update am
8. Dezember 2025

Der Karpfenrücken beim Pferd bezeichnet eine unnatürliche Aufwölbung der Wirbelsäule im Rückenbereich, die entweder angeboren ist oder sich im Laufe der Zeit entwickelt. Dieser Artikel erläutert die Ursachen, Auswirkungen und Behandlungsansätze eines Karpfenrückens.

Inhaltsverzeichnis

Charakteristisch für den Karpfenrücken ist eine auffällige Krümmung der Lendenwirbelsäule, die einen Rundrücken beim Pferd verursacht. Beim Verdacht auf einen Karpfenrücken ist eine tierärztliche Untersuchung wichtig, um die Ursachen abzuklären und geeignete Behandlungsmöglichkeiten zu finden. 

In der Pferdeklinik am Sorpesee liegt ein besonderer Schwerpunkt auf der orthopädischen Diagnostik und Behandlung von Erkrankungen des Bewegungsapparats, zu denen auch der Karpfenrücken zählt. Bereits in jungem Alter achten wir auf die korrekte Stellung der Gliedmaßen und den Körperbau, um Fehlentwicklungen vorzubeugen. Unsere Behandlungen basieren auf einem ganzheitlichen Konzept, das die Bereiche Orthopädie, Chiropraktik und Physiotherapie miteinander verbindet. 

Die Tierärztliche Klinik für Pferde am Sorpesee steht Pferdebesitzern und ihren Tieren ganzjährig rund um die Uhr zur Verfügung. Unter der Leitung von Dr. Jutta Riedel-Kaufhold und FEI-Tierarzt Tobias Kaufhold vereint das Team langjährige Erfahrung in der Diagnose und Behandlung des Karpfenrückens mit moderner Medizintechnik, hoher Kompetenz und individueller Betreuung.

Hier sind unsere Kontaktdetails.

  • Adresse: Tierärztliche Klinik für Pferde am Sorpesee
  • Frankfurter Straße 34, 59846 Sundern-Stemel
  • Telefon: 02933/902190
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  • Webseite: https://pferdeklinik-sorpesee.de/

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Was ist ein Karpfenrücken bei Pferden?

Der Karpfenrücken bei Pferden ist eine unnatürliche, angeborene oder erworbene Aufwölbung der Wirbelsäule im Bereich der Brust- oder Lendenwirbelsäule. Die als Kyphose bezeichnete Krümmung führt zu einem nach oben gebogenen Rücken, der an die Form eines Karpfens erinnert.

Der Karpfenrücken bildet das Gegenstück zur Lordose. Idealerweise verläuft der Rücken eines Pferdes mit einem Tiefpunkt hinter dem Widerrist und steigt von dort zur Kruppe hin wieder an. Bei älteren Pferden verstärkt sich diese Absenkung häufig, sodass ein Senkrücken (Lordose) entsteht. Anstelle einer Abwärtskrümmung zeigt sich beim Karpfenrücken eine Aufwölbung nach oben, die vor allem den Lendenbereich betrifft.

Bei der Kyphose treten die Dornfortsätze der nach oben verformten Wirbelsäule beim Abtasten deutlich hervor und verursachen einen auffälligen Rundrücken. Die Aufwölbung weist auf eine kompensatorische Belastung hin, welche die Biomechanik des Bewegungsablaufs beim Pferd verändert. Liegt die Verformung eher im Bereich der Lendenwirbelsäule, ist eine Funktionsstörung der Iliosakralgelenke häufig die Ursache. 

Ein Karpfenrücken unterbricht die harmonische Rückenlinie und wirkt optisch unproportioniert. Häufig geht diese Form der Kyphose mit einem vergleichsweise kurzen und schwachen Rücken einher, was die reiterliche Belastbarkeit des Pferdes deutlich einschränkt. Die Aufwölbung der Wirbelsäule verhindert ein elastisches Mitschwingen und führt zu Verhärtungen und harten Gängen, die für den Reiter schwer zu sitzen sind. Durch die ungünstige Sattellage und die deformierte Lendenwirbelsäule fehlt es dem Rücken an Tragkraft, während die Hinterhand kaum Schub entwickelt. Für eine Laufbahn in der Dressur oder im Springsport sind Pferde mit Karpfenrücken nicht geeignet.

Einige Pferde mit Karpfenrücken zeigen trotz degenerativer Veränderungen der Lendenwirbelsäule keine Schmerzen und wirken leistungsfähig. Viele von ihnen werden regulär geritten, ohne Anzeichen von Lahmheit oder erhöhter Rückensensibilität. Die Symptomatik und deren Schweregrad hängen maßgeblich von der Ursache des Karpfenrückens ab.

Was sind Ursachen für einen Karpfenrücken bei Pferden?

Die Ursachen für einen Karpfenrücken sind vielfältig: Unterschieden wird zwischen einer angeborenen Kyphose infolge von Fehlbildungen der Wirbelsäule oder einer erworbenen Kyphose, die durch Verletzungen, Fehlstellungen, Hufrehe oder eine ungünstige Sattellage entsteht.

1. Angeborener Karpfenrücken

Ein Karpfenrücken ist bei Pferden meist angeboren und entsteht durch strukturelle Fehlbildungen der Wirbelsäule, die bereits bei der Geburt vorhanden sind. Sichtbar wird die Aufwölbung häufig bei Fohlen im Alter von sechs bis zwölf Monaten. 

Die Ursache des angeborenen Karpfenrückens ist nicht vollständig geklärt. Mögliche Auslöser sind genetische Faktoren oder eine ungünstige Position des Embryos in der Gebärmutter. Angeborene Wirbelsäulenverkrümmungen weisen im Vergleich zu erworbenen Formen eine ungünstigere Prognose in der Behandlung auf.

2. Erworbener Karpfenrücken

Ein erworbener Karpfenrücken beim Pferd entwickelt sich erst im Laufe des Lebens. Er entsteht durch äußere Einflüsse oder krankhafte Veränderungen, die zu einer Aufwölbung der Lendenwirbelsäule führen. Je nach Ursache unterscheidet man einen primären und einen sekundären erworbenen Karpfenrücken. 

Primäre Kyphose

Bei der primären Kyphose liegt die Ursache direkt im Bereich der Wirbelsäule. Die Aufwölbung entsteht durch Verletzungen von Weichteilstrukturen oder durch Deformationen der Wirbelkörper, die zu einer Fehlstellung führen. Bei der primären Form des Karpfenrückens liegt eine organische Ursache vor, die genau an der betroffenen Stelle Symptome hervorruft.

Da die Ursache einer primären Kyphose in der Regel leicht diagnostizierbar ist, lässt sich eine gezielte Behandlung gut einleiten.

Sekundäre Kyphose

Die sekundäre Kyphose bezeichnet eine Aufwölbung im Bereich der Lendenwirbelsäule, deren Ursache außerhalb des betroffenen Abschnitts liegt. Sie entsteht meist als Schonhaltung, mit der das Pferd Schmerzen kompensiert. 

Ein typisches Beispiel ist die sogenannte Sägebockstellung bei Hufrehe. Dabei kippt das Pferd das Becken ab, stellt die Hinterbeine weit unter den Bauch und die Lendenwirbelsäule wölbt sich auf. Auch andere Einflussfaktoren begünstigen die Entstehung eines sekundären Karpfenrückens. Arthrosen oder Fehlstellungen der Wirbelkörper in anderen Regionen führen zu Fehlbildungen im Bereich der Kruppe. Schmerzen durch Zahn- oder Hufprobleme verursachen Verspannungen und eine ungesunde Körperhaltung. Ein schlecht sitzender Sattel erzeugt Druckstellen und Rückenbeschwerden.

Was sollte man bei Pferden mit Karpfenrücken beachten?

Bei Pferden mit Karpfenrücken sollte man beachten, dass eine tierärztliche Abklärung notwendig ist, um Belastbarkeit und Schmerzen einzuschätzen. Wichtig sind auch eine passende Ausrüstung, ein angepasstes Training, physiotherapeutische oder osteopathische Behandlungen und der Zuchtausschluss des betroffenen Pferdes.

  • Tierärztliche Abklärung: Jedes Pferd mit Hinweis auf einen Karpfenrücken ist einem Tierarzt vorzustellen, der die Belastbarkeit überprüft, mögliche Schmerzen einschätzt und eine geeignete Behandlung einleitet.
  • Angepasstes Training: Beim Training ist auf eine individuelle Gestaltung zu achten, je nach Belastbarkeit des Pferdes. Abwechslung, Erholungspausen und regelmäßige Bodenarbeit entlasten einen schwachen Pferderücken und fördern den Aufbau einer gesunden Muskulatur. 
  • Reitbarkeit kritisch prüfen: Das Reiten ist ausschließlich nach tierärztlicher Bestätigung der Belastbarkeit des Pferdes erlaubt. 
  • Physiotherapie und Osteopathie: Regelmäßige Behandlungen durch erfahrene Physiotherapeuten oder Osteopathen helfen, Verspannungen zu lösen und die Beweglichkeit beim Karpfenrücken zu verbessern.
  • Passende Ausrüstung: Ein korrekt angepasster Sattel ist wichtig, um Druckstellen zu vermeiden und die Beschwerden eines Karpfenrückens nicht zu verstärken. 
  • Zuchtausschluss: Da genetische Ursachen für angeborene Kyphosen nicht ausgeschlossen sind, sind betroffene Pferde grundsätzlich nicht zur Zucht einzusetzen.

Wie wird ein Karpfenrücken behandelt?

Ein Karpfenrücken wird durch eine ausführliche Diagnostik, bestehend aus Anamnese, Lahmheitsdiagnostik und Röntgenaufnahmen, behandelt. Im Anschluss erfolgt ein Muskelaufbau durch Training, Physiotherapie und Osteopathie sowie eine Sattelanpassung. Bei Schmerzen ist oft eine medikamentöse Unterstützung erforderlich.

1. Diagnose

Am Beginn der Behandlung eines Karpfenrückens steht eine ausführliche Anamnese, bei der mögliche Verletzungen, Haltungsbedingungen und die Dauer der Symptomatik erfasst werden.

Im Rahmen der anschließenden Lahmheitsdiagnostik erfolgen Adspektion und Palpation der Gliedmaßen sowie die Untersuchung der Bewegungsabläufe im Schritt und Trab. Beugeproben ermöglichen eine genauere Lokalisierung des Schmerzes. Durch diagnostische Anästhesien wird der betroffene Bereich beim Pferd weiter eingegrenzt, bevor bildgebende Verfahren zum Einsatz kommen.

Röntgenaufnahmen sind das wichtigste Diagnosemittel, um einen Karpfenrücken zu diagnostizieren. Sie ermöglichen eine genaue Darstellung der Wirbelsäule und erlauben die Unterscheidung zwischen angeborenen und erworbenen Veränderungen.

2. Muskelaufbau durch Training 

Training und systematischer Muskelaufbau sind wichtige Behandlungsmaßnahmen, damit sich der Rücken eines Pferdes mit Karpfenrücken aufwölbt und die Verspannungen langfristig verringert werden.

Gymnastizierende Bodenarbeit mit Biegungen, Stellung und Aufrichtung fördern die Beweglichkeit und stärken die Rückenmuskulatur bei einem Karpfenrücken. Besonders wirksam ist das Vorwärts-Abwärts-Training, da es den Rücken ganzheitlich kräftigt und die Tragkraft der Wirbelsäule verbessert. 

Beim Training eines Pferdes mit Karpfenrücken sind Geduld und Aufmerksamkeit durch den Halter notwendig. Zu Beginn bleiben die Einheiten kurz und es wird konsequent auf Anzeichen von Erschöpfung beim Pferd geachtet. Da sich eine stabile Bemuskelung nur über einen längeren Zeitraum entwickelt, erfordert die Behandlung eines Karpfenrückens mehrere Monate.

3. Physiotherapie und Osteopathie

Zur Unterstützung der Behandlung von Karpfenrücken leisten Physiotherapeuten und Osteopathen wichtige Hilfe. Die Physiotherapie zielt darauf ab, die Muskeln zu lockern, Verspannungen zu lösen und die Beweglichkeit durch Massagen, Dehnungen oder gezielte Übungen zu verbessern und wiederherzustellen.

Die Osteopathie betrachtet den Körper des Pferdes ganzheitlich, löst Blockierungen in der Wirbelsäule und den Gelenken und stellt die funktionelle Balance wieder her. Die Methoden ergänzen sich, indem sie einerseits die Symptome eines Karpfenrückens lindern und andererseits die tieferliegenden Ursachen behandeln.

4. Sattelanpassung

Sobald durch Training, Physiotherapie und Osteopathie ein stabiler Muskelzustand erreicht ist, erfolgt die Überprüfung des Sattels. Die Anpassung ist durch einen erfahrenen Sattler oder Tierarzt mit orthopädischer Zusatzausbildung durchzuführen. Dabei wird das Pferd sowohl im Stand als auch in der Bewegung beurteilt, um die Passform des Sattels zu prüfen. 

Wichtige Kriterien sind die gleichmäßige Druckverteilung, die Bewegungsfreiheit der Schulter und die Entlastung der Lendenregion. Ein schlecht angepasster Sattel verstärkt bestehende Verspannungen oder verursacht neue Schmerzen. Erst wenn der Sattel optimal sitzt und das Pferd schmerzfrei belastbar ist, erfolgt der vorsichtige Wiedereinstieg ins Reiten.

5. Medikamentöse Unterstützung

Eine Deformation der Wirbelsäule lässt sich medikamentös nicht korrigieren. Medikamente dienen in erster Linie zur Linderung von Schmerzen und zur kurzfristigen Kompensation von Schonhaltungen. 

Häufig kommen nichtsteroidale Entzündungshemmer zum Einsatz, bei chronischen Muskelverspannungen auch Muskelrelaxantien. Der Einsatz von Kortikosteroiden ist kritisch zu bewerten, da erhebliche Risiken wie eine erhöhte Rehegefahr bestehen.

Behandlung eines Karpfenrückens in der Pferdeklinik am Sorpesee

Die Behandlung eines Karpfenrückens gehört zu den Kernkompetenzen der Pferdeklinik am Sorpesee, da wir auf die orthopädische Diagnostik und Therapie von Erkrankungen des Bewegungsapparats spezialisiert sind. Wir achten auf die korrekte anatomische Stellung der Gliedmaßen und korrigieren Fehlstellungen ganzheitlich.

Unsere umfassende Lahmheitsdiagnostik hilft uns dabei, einen Karpfenrücken zu diagnostizieren. Die Untersuchung erfolgt sowohl im Innen- als auch im Außenbereich. Nach einem ausführlichen Vorbericht, den wir gemeinsam mit Ihnen als Pferdehalter erstellen, folgen Adspektion und Palpation der Gliedmaßen. Durch die Untersuchung des Pferdes im Schritt und Trab auf hartem und weichem Boden sowie durch Beugeproben lässt sich der Schmerz präziser lokalisieren. Mithilfe diagnostischer Anästhesien wird der betroffene Bereich weiter eingegrenzt, bevor gezielte Röntgenuntersuchungen folgen. 

Unsere modernen, digitalen und kabellosen Systeme ermöglichen sowohl im heimischen Stall als auch in unserer Klinik eine schnelle und hochauflösende Untersuchung von Fehlstellungen wie dem Karpfenrücken. Ergänzend bieten wir ein breites Spektrum wissenschaftlich fundierter Behandlungsmethoden für Pferde mit Kyphose. Dazu zählen die fokussierte Stoßwellentherapie, spezielle Rückenbehandlungen, die Therapie mit Diodenlaser, Physiotherapie und Chiropraktik.

In unserer chiropraktischen Behandlung steht die Beweglichkeit der Gelenke des Pferdes im Mittelpunkt. Jedes Gelenk besitzt einen definierten Bewegungsumfang, der durch den Karpfenrücken eingeschränkt ist. Spezielle Techniken lösen die verursachten Blockierungen und stellen die physiologische Beweglichkeit wieder her. So werden Schmerzen reduziert und die Leistungsfähigkeit des Pferdes verbessert. 

In der Physiotherapie der Pferdeklinik am Sorpesee liegt der Schwerpunkt auf der Behandlung von Muskulatur und Bindegewebe, die durch eine Kyphose besonders stark belastet oder verspannt sind. Wichtiger Bestandteil unserer Behandlung ist die manuelle Therapie. Durch Gelenkmobilisation und -manipulation werden eingeschränkte Bewegungen mit gezielten Techniken korrigiert. Dies verbessert Stoffwechsel und die Biomechanik und reduziert gleichzeitig Schmerzen bei Ihrem Pferd.

Zu unserem Leistungsspektrum gehören außerdem Massagen, Akupressur sowie Beratungen zu den Themen Fütterung, Haltung, Hufbearbeitung und Sattelanpassung. All diese Maßnahmen unterstützen die Behandlung von Karpfenrücken und tragen dazu bei, die Muskulatur und den Bewegungsapparat des Pferdes langfristig zu stärken.

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